Page 37 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Doktor-Prüfung. Zuvor hatte sie in   1917 verteidigte Else ihre Dissertati-
        Mannheim umfangreiche Datenerhe-    on „Kunstp# ege im 19. Jahrhundert“
        bungen zur Kulturrezeption der Be-  in Heidelberg bei Alfred Weber. Die
        völkerung durchgeführt. Mithilfe von   Arbeit bestand aus zwei Teilen. Im
        etwa 12000 Fragebögen sowie vielen   Teil „Ö+ entliche Kunstp# ege“ stellte
        Interviews und der Unterstützung des   die Autorin die Epochen „Hö% sch“
        Mannheimer Museumsdirektors Fritz   (großherzogliche Kunstsammlun-
        Wichert erfasste sie die verschiedenen  gen), „Bürgerlich“ (Kunstvereine) und
        kulturellen Aktivitäten.            „Kommunal“ (Kunsthallen, Ausstel-
                                            lungen, Popularisierung) gegenüber.
        Nach dem Studium folgte Biram Wil-  Im Teil „Erlebniszentren der Bevöl-
        helm Bodenheimer nach Mannheim.     kerungsschichten“ thematisierte sie
        Jener arbeitete als Assistenzarzt am   Führungen, Lesen, Schaulust, Besitz
        städtischen Krankenhaus, übernahm   und Dilettantismus. Ihre Arbeit
        aber gleichzeitig aus ideeller Verbun-  erschien 1919 auch bei Eugen Diede-
        denheit auch die ärztliche Betreuung   richs in Jena als Teil der Abhandlung
        der 1910 gegründeten Gartenstadt.   „Die Industriestadt als Boden neuer
        1914 publizierte Bodenheimer-       Kunstentwicklung: bildende Kunst
        Biram „Die jugendliche Arbeiterin“   und modernes Leben, ö+ entliche
        in der „Zeitschri*  für Kinderp# ege“.   Kunstp# ege, Erleb nis zentren der
        1915 zogen sie und ihr Mann in die   Bevölkerungsschichten, Entfaltung
        Gartenstadt. 1916 übernahm Biram    produktiver Krä* e auf dem Boden
        die Leitung des städtischen Wohl-   des organisierten Industriezentrums“
        fahrtsamtes für stra+ ällige Mädchen   in den „Schri* en zur Soziologie der
        in Frankfurt/Main. In dieser Zeit   Kultur“. Biram hatte mit ihrer em-
        stand sie auch in Verbindung mit Sa-  pirischen Soziologie in Deutschland
        lomon Altmann, inwischen Professor   Neuland betreten, ohne für ihre Pi-
        an der Handelshochschule Mann-
        heim, den sie als Privatdozenten für
        Nationalökonomie aus ihrer Heidel-
        berger Zeit kannte.

        Während des Ersten Weltkriegs hatte
        Elses Mann Dienst im Mannheimer
        Lazarett. Ihre Brüder dienten in der
        deutschen Armee. Einer von ihnen,
        der ein reichliches Jahr ältere Julius,
        % el 1916, Fritz geriet 1915 in franzö-
        sische Kriegsgefangenscha*  und Max   Familie Bodenheimer (vermutlich
        wurde verwundet.                    in Mannheim mit ihrem Sohn Gad).

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