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Nach dem Tod Hutins übernahm er
ab 1777 als ordentlicher Professor die
künstlerische Leitung der Akademie
für Malerei, Bildhauerei und Kupfer-
stecherei alternierend mit Giovanni
Battista Casanova, einem Bruder des
Giacomo Casanova. Canaletto blieb
in jenen Jahren auswärtiges Akade-
miemitglied, Gra+ und Zingg lehrten
weiterhin, neu geholt wurde der Ma-
ler Cres centius Jakob Seydelmann.
Zu Zeissigs bekanntesten Schülern an
der Kunstakademie gehörten Chris-
tian August Lindner, der hier später
selbst lehrte, die Dresdner Brüder
Carl und August Friedrich, Johann
Daniel Dusler und Johann Gottlob
Klingner ebenfalls aus Dresden,
Ludwig August Sack aus Görlitz, Jo-
hann August Lingke aus Zittau sowie
die wie Zeissig aus Großschönau
stammenden Gottlieb Schi+ ner und
Gotthelf Weber. Eine Zuordnung von Porzellanen
aus Meißen zu Zeissigs Scha` ens-
Der Bautzener Schri* steller AT[TX^ zeit ist mittels des von 1774 bis 1815
G]^^_K={ M=KXX>=@, der ihm 1781 gültigen Signets möglich.
seinen „Alcibiades“ widmete, gehörte
zu Zeissigs Bewunderern. Das Ver- 1780 übernahm Marcolini in Hage-
hältnis zu Casanova war dagegen von dorns Nachfolge auch die Generaldi-
Beginn an gespannt und verschlech- rektion der Kunstakademie. Dessen
terte sich weiter mit der erneuten ungeachtet förderte er weiterhin
Hinwendung Zeissigs zur Histori- besonders die Porzellan-Manufaktur
enmalerei, der Domäne Casanovas. in Meißen. Seit Johann Joachim Win-
So war es kein Zufall, dass jener im ckelmann war es Mode, die Antiken
Unterschied zu Christian Ludwig von in Porzellan nachzuahmen. Auch
Hagedorn, Adrian Zingg und An- in Meißen wurden auf Marcolinis
ton Gra+ in Zeissigs Gemälde „Das Anweisung solche Porzellan% guren
Kunstgespräch“ fehlte. hergestellt, wofür er die Modelleu-
re die von Anton Raphael Mengs
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