Page 395 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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auf. 1767 sandte er zwei allegorische
        Zeichnungen nach Dresden: „Die
        Erziehung oder Minderjährigkeit des
        Durchlauchtigsten Fürsten“ und „Die
        Frohlockung oder Aufmunterung
        der Musen“. Sein Aufnahmestück für
        die Kunstakademie, bereits 1768 von
        Zeissig angekündigt, „Priamus bittet
        Achill um die Leiche Hektors“, galt
        einem historischen /  ema. Es wurde
        von der Kritik sehr negativ beurteilt
        und den oƒ  ziellen Gutachtern wurde
        unterstellt, dass Zeissigs Aufnahme
        sowieso schon beschlossene Sache
        gewesen wäre.
                                            Die kurfürstliche Familie im Jahre
                                            1772 (Gemäldegalerie Alte Meister):
        Die ersten Pläne zur Gründung einer   Karl von Sachsen (Bruder), Marie
        Kunstakademie in Dresden gingen     Amalie von Pfalz-Zweibrücken
        auf August III. zurück. Standen da-  (Ehefrau), Kurfürst Friedrich Au-
        mals auf Vorschlag von Carl Hein-   gust der Gerechte, Maria Antonia
        rich von Heinecken noch Louis de    Walpurgis (Mutter), Maria Anna
        Silves tre und die Maler der Ho¤  irche   von Sachsen (Schwester), Maria
        Stefano Torelli und Anton Raphael   Amalia von Sachsen (Schwester),
        Mengs (der mehr als Italiener galt) als   Maximilian von Sachsen (Bruder),
        Gründungsdirektoren zur Diskussion,   Anton der Gütige (Bruder und
        entschied man sich später, unter dem   Nachfolger als sächsischer König),
        Prinzregenten Xaver und der Witwe   Prinz Xaver (Onkel und vormaliger
        von Kurfürst Friedrich Christian, Ma-  Prinzregent).
        ria Antonia Walpurgis, bewusst dafür,
        die Kunstakademie mit Christian     Giovanni Battista Casanova sowie der
        Ludwig von Hagedorn unter die Lei-  Architekt Friedrich August Krubsaci-
        tung eines Deutschen zu stellen. Der   us und der Bildhauer Johann Gott-
        Professorenscha*  gehörten sieben   fried Knö´  er. 1766 holte Hagedorn
        deutsche, fünf italienische und zwei   noch den Bildnismaler Anton Gra+
        französische Lehrer an, darunter die   und den Landscha* smaler Adrian
        Maler Charles Hutin, der als einziger   Zingg aus der Schweiz, die sich später
        aus dem ehemaligen Lehrkörper der   als Propagierer der Sächsischen
        Malerakademie verblieben war und    Schweiz einen Namen machten. 1768,
        die künstlerische Leitung inne hatte,   im Jahre der /  ronbesteigung Fried-
        Bernardo Bellotto (Canaletto) und   rich August des Gerechten, wurde

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