Page 394 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 394

te Lehreinrichtung gegründet worden
                                            war, bestehend aus einer Akademie
                                            für Malerei, Kupferstecherei und Bild-
                                            hauerei und einer Akademie für Bau-
                                            kunst in Dresden sowie einer Aka-
                                            demie für Zeichnerei, Malerei und
                                            Architektur in Leipzig, suchte man
                                            in ganz Europa nach renommierten
                                            Lehrern. Mit ihnen sollte nach dem
                                            Siebenjährigen Krieg der Ruf Dres-
                                            dens als Kunstmetropole aufpoliert
                                            werden. Als sich Zeissigs Zeit in Paris
                                            dem Ende neigte, nahm er Kontakt
                                            mit der Dresdner Kunstakademie









        Louis, Dauphin de France, Biblio-
        thèque Nationale de France.

        dur* e er kopieren. 1765 hatte er sich
        als Genremaler durchgesetzt, Stiche
        nach seinen Bildern waren gesucht.
        In Sèvres erlernte Zeissig zudem die
        Porzellanmalerei. In einigen Quel-
        len werden ihm mit Johann Daniel
        Heimlich gezeichnete Arbeiten (*1740
        Straßburg) als Pseudonym zugerech-
        net. Zeissig blieb in der Gunst des
        Hofes bis zum Ableben des Kronprin-  Für seine Genremalereien, die sen-
        zen und dessen Frau (1765/67).      timentale Verklärung von Alltags-
                                            szenen, erhielt Zeissig die größte
        Nachdem 1764 unter der Gene-        Anerkennung. Drucke nach dem
        raldirektion von Christian Ludwig   Gemälde „Die bittende Mutter“
        von Hagedorn in der Nachfolge       („La mère qui intercède“) von 1767
        der ehemaligen Malerakademie die    be& nden sich in vielen Museen (z. B.
        Kunstakademie als reguläre, integrier-  im British Museum).

        394
   389   390   391   392   393   394   395   396   397   398   399