Page 381 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Vortragsstücke), „24 melodische von Grund- bis Hochschulklassen
Klavier-Etüden für gleichmässig in Musiktheorie, an Tasten-, Streich-
fortschreitende Ausbildung beider und Blasinstrumenten sowie in den
Hände, sowie des Vortrags“ (1900, Fächern Gesang und Bühne. Allge-
drei He* e für die drei Stufen des mein Musikinteressierte konnten sich
Elementar-Unterrichts) und „Das Stu- als Hörer einschreiben. 1908 erschien
dium der Tonleitern, Arpeggien und bei Hofmeister in Leipzig Vetters
Doppelgri+ stonleitern für Klavier zu bekanntestes Werk, „Zur Technik des
2 Händen“ (1905). Daneben gab Vet- Klavierspiels“. Weil die Ausbildung an
ter Musikdrucke bekannter Klavier- den vielen konkurrierenden privaten
virtuosen wie Johann Baptist Cramer Musikschulen häu% g mangelha* war,
(„66 ausgewählte Klavier-Etüden“), gehörte Vetter als Vorstandsmitglied
Franz Liszt („12 Etüden op. 1“), Vic- des Musikpädagogischen Vereins zu
tor Alphonse Duvernoy („Vorschule den Initiatoren einer Prüfungsord-
der Geläu% gkeit für Pianoforte. 20 nung für Musikschullehrer, die 1913
Etudes-Exercices sans Octaves“) und in Kra* trat. Der Erste Weltkrieg und
Friedrich Burgmüller („12 brillante seine Folgen prägten einen großen
und melodische Etuden“) heraus. Teil seiner Direktoriumszeit. 1922
unterrichtete er kurz vor seiner Pen-
Das Konservatorium berief Vetter sionierung die spätere New Yorker
1907 zum Professor und Direktori- Pianistin Irma Wolpe-Rademacher.
umsmitglied. Dem Direktorium ge-
hörten seinerzeit auch die Professoren Quellen: E. W. Fritzsch: „Musikalisches Wochen-
Karl Heinrich Döring und Felix Drae- blatt“. 1897, 1899; Hermann Abert, Rudolf Gerber:
„Illustriertes Musiklexikon“. J. Engelhorns nachf.,
seke, die Kammermusiker Maximi- 1927; Rudolf Maria Breithaupt: „Die natürliche
lian Gabler und Albert Wolfermann Klaviertechnik“. 1927; Hofmeisters Handbuch der
sowie Konzertmeister Henri Petri an. Musikliteratur, 1934; Emil Breslaur, Anna Morsch:
„Der Klavierlehrer“. Peiser Verlag, 1895; S. Freitag:
Klavierunterricht erteilte neben Vetter „Richard Kaden (1856–1923)“; lexm.uni-hamburg.
die bekannte Konzertpianistin Laura de; Asher (Hrsg.): „Das Unterrichtswesen im
Deutschen Reich aus Anlass der Weltausstel-
Rappoldi-Kahrer. Das Konservatori- lung in St. Louis unter Mitwirkung zahlreicher
um arbeitete stark gewinnorientiert; Fachmänner“. Berlin 1904; Horst Gersdorf:
der „Kunstwart“ von Ferdinand Ave- „Kultur im 770jährigen Bischofswerda“. Zwischen
narius hatte schon 1904 hinterfragt, Wesenitz und Löbauer Wasser, 1997, H. 2, S.
8–21; Stadtarchiv Bischofswerda, Auszug aus dem
dass eine solche Schule als könig- Tau& uch Großdrebnitz (korrigierte und ergänzte
liche Einrichtung au* reten dur* e Angaben von Christfried Marschner, Ortschronist
und für Freistellen auch % nanzielle von Großdrebnitz, 26.10.2007); M. Hesse: „Das
Neue Musiklexikon“. Nach: Arthur Eagle% eld Hull,
Unterstützung erhielt. Mehr als 100 Alfred Einstein: „Dictionary of Modern Music and
Lehrkrä* e unterrichteten Anfang des Musicians“, 1926; Der Kunstwart: Rundschau über
20. Jahrhunderts am Konservatorium alle Gebiete des Schönen, Bd. 17/2, 1904; Dresdner
Adressbücher; Friedhofsverwaltung St. Pauli Dres-
etwa 1300 Schülerinnen und Schüler den; Bert Wawrzinek, Lauterbach, 2016
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