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Vetter, Friedrich Hermann
Professor am Dresdner Konservatorium
09.07.1859 Großdrebnitz – 21.05.1928 Dresden
V: Friedrich August, Bauerngutsbesitzer (1880–1895, Nr. 83) und Gemeinderatsmitglied in
Lauterbach; M: Wilhelmine Pauline geb. Winkler (*10.2.1837 Bühlau, † in Lauterbach), 7.7.1861
verehel. Vetter; E: 22.7.1884 Dresden, Rosa Wanda geb. Böhme (16.2.1864–25.7.1898), Toch-
ter des Lokalrichters und Gutsbesitzers Carl Friedrich Böhme; K: Eleonore Vera Wanda Edith
(*5.9.1889 Dresden, Mitbesitzerin der Erbbegräbnisstätte Böhme, Mittelweg 184, Dresden St.
Pauli; verh. mit Rechtsanwalt Dr. jur. Woldemar Erwin Schreier/Dezember 1945 letztes Begräb-
nis Familiengrabstätte; Nachbesitzerin des Hauses Elisenstraße 75/77 ihres Vaters; † nach 1945)
Vetter wurde in Großdrebnitz gebo- Musikschulen Dresdens hervor, z. B.
ren (vermutlich im Schulhaus) und den Zillmann‘schen Musikschulen
getau* , wo sich seine damals noch und der Gesangs- und Opernschule
ledige Mutter zeitweilig au ielt. von Auguste Götze, bei denen sei-
Aufgewachsen ist er in Lauterbach. nerzeit J]q?>>=X P?`q= tätig war,
Sein Vater gab ihm den ersten Musik- der Musikschule für Damen von
unterricht. Bernhard Rollfuß, einem Schüler
von W]_|=~?@ H=__=@, sowie der
Um 1880 bezog Vetter das Dresdner von Friedrich Wieck gegründeten
Konservatorium. Er blieb mit dieser Akademie für Klavierspiel. Vetter
Musikschule über 40 Jahre verbun- lernte am Konservatorium bei Eugen
den und war ein wichtiger Akteur in Krantz, / eodor Kirchner, Wilhelm
einer Phase des Wandels der Dresd- Rischbieter und Ho¤ apellmeister
ner Musikausbildung. Das Konser- Franz Wüllner. Insgesamt waren hier
vatorium, Vorläufer der heutigen mehr als 70 Lehrer beschä* igt. Ab
Musikhochschule, war 1856 vom 1883 unterrichtete Vetter am Kon-
Kammermusiker Friedrich Tröstler servatorium selbst Klavier. Friedrich
gegründet und 1859 an Friedrich Pudor wurde als Direktor seinerzeit
Pudor verkau* worden. Unter dessen zunächst durch Franz Wüllner als
Leitung erhielt die Einrichtung 1881, künstlerischem Leiter unterstützt. Um
also etwa zur Zeit von Vetters Studi- 1885 führte man einen akademischen
en beginn, das Prädikat „Königliches Rat ein, dem u. a. Ho¤ apellmeister
Konservatorium“. Der König war Adolf Hagen, / eodor Kirchner, und
oberster Protektor, viele Lehrkrä* e das Mitglied der Dresdner Ho¤ a-
gehörten der sächsischen Ho¤ apelle pelle Eduard Rappoldi angehörten.
an. Damit hob sich das Konservato- Der Unterricht erfolgte in den drei
rium nicht nur größenmäßig unter Abteilungen für (1) umfassende prak-
den damals ausschließlich privaten tische und theoretische Ausbildung
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