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wirtscha* . Neben seinem Wirken in
der Versuchsstation lehrte Steglich
von 1912 bis 1921 als Professor für
Land- und Volkswirtscha* an der
Tierärztlichen Hochschule Dresden
unter Wilhelm Ellenberger. Steglich
war Mitglied in der Gesellscha*
deutscher Naturforscher und Ärzte, in
der Deutschen Botanischen Gesell-
scha* , in der Naturwissenscha* lichen
Gesellscha* ISIS Dresden (seit 1890),
schri* wechselndes Mitglied bei FLO-
RA – Sächsische Gesellscha* für Bo-
tanik und Gartenbau (seit 1900), und
er interessierte sich für geschichtliche
Belange. So war er Mitglied im Verein
für die Geschichte Dresdens und im
Sächsischen Altertumsverein.
Der Erste Weltkrieg unterbrach
Steglichs beru# iche Karriere. Nach
dem frühen Kriegstod seines Soh- Steglich meldete sich mit 57 Jahren
nes Carl Christian in den belgischen freiwillig zum Kriegsdienst.
Ardennen – den Steglich nie vollstän-
dig verwinden konnte – trat er 1914 Steglichs großer Verdienst lag im
freiwillig als O zier des Landsturm- steten Ausbau der zunächst kleinen
Bataillons XII/9 in den Armeedienst Versuchsstation zu einer selbststän-
und war bis 1918 zeitweise in Ma- digen, vom Botanischen Garten
zedonien, Ungarn und Frankreich losgelösten „Staatlichen Landwirt-
im Einsatz. 1916 erhielt Steglich die scha* lichen Versuchsanstalt“ mit den
Beförderung zum Hauptmann der drei Abteilungen P# anzenernährung
Landwehr. Außerdem wurde ihm und Bodenchemie, P# anzenbau und
das Kriegsverdienstkreuz verliehen. Samenkontrolle sowie P# anzenschutz.
Fachliche Arbeiten in Dresden sollten Zu seinen wichtigsten Mitarbeitern
helfen, die Not der Bevölkerung zu gehörten Walter Baunacke (Phyto-
lindern, so 1915 im Rahmen der pathologie) und Hermann Pieper
Schädlingsbekämpfung in der Land- (Saatgutforschung). Nach der Neu-
wirtscha* die „Anleitung zu gemein- ordnung des landwirtscha* lichen
samer Vertilgung der Feldmäuse“ im Versuchswesens 1919/20 bestanden
Au* rag des Innenministeriums. in Sachsen insgesamt drei Versuchs-
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