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scha* sverlag von Paul Parey in Berlin. unter Oscar Drude einzurichten und
Zur Landwirtscha* sschule Rochlitz als Vorstand zu leiten. Er war damit
gehörte auch eine Fischzuchtanstalt. praktisch Versuchs-Kulturobergärtner
In Steglichs Rochlitzer Zeit % elen die Franz Ledien gleichgestellt. Die neue
Untersuchungen des Sächsischen Versuchsstation ergänzte die seit 1862
Fischereivereins zu den Fischereiver- an der Tierärztlichen Hochschule
hältnissen von Zschopau und Mulde, Dresden bestehende Einrichtung zur
die in den Folgejahren auf weitere Untersuchung des Sto+ wechsels von
Gewässersysteme ausgedehnt wurden. Haustieren und die 1869 von Fried-
Vermutlich hat diese Arbeit unter rich Nobbe in / arandt gegründete
dem Protektorat von Prinz Georg, „P# anzenphysiologische Versuchs-
Herzog von Sachsen, einen wichtigen und Samenkon trollstation“ an der
Ein# uss auf Steglichs spätere Karri- Forstakademie. Die enge Abstim-
ere gehabt. In seiner bekanntesten mung und Zusammenarbeit mit / a-
Publikation, „Die Fischwässer im randt wurde durch ein gemeinsames
Königreiche Sachsen“ (1895), fass- Kuratorium unter Johann Friedrich
te er die 10-jährigen, etappenweise Judeich überwacht. Während in / a-
durchgeführten Untersuchungen des randt mikroskopische und chemische
Sächsischen Fischereivereins in einer Untersuchungen sowie Vegetations-
nahezu lückenlosen Übersicht über versuche im Gewächshaus im Mittel-
die % schereiliche Nutzung sächsischer punkt standen, wurden in Dresden
Gewässer zusammen. Steglich selbst Anbauversuche im Freien durchge-
hatte die Untersuchungen zur Wei- führt. Dafür standen zwei Hektar zur
ßen Elster und Pleiße sowie mit den Verfügung. Steglichs Hauptaufgaben
Schwerpunkten geologische Beschaf- bestanden in der Organisation und
fenheit, Wasserqualität und Fließ- Durchführung von Arbeiten zur
hindernisse zur Elbe durchgeführt. Verbesserung landwirtscha* licher
Wichtigster Mitarbeiter war Adolf Nutzp# anzen, in der Hauptsache
Endler, der weitere Gewässersysteme verschiedener Getreidesorten, durch
untersuchte und später die Landwirt- Züchtung und zur Ertragssteigerung
scha* sschule in Meißen leitete. durch Düngung. Die von Steglich
1896 initiierte und angeleitete Pir-
Steglich war 1887 in Chemnitz der naer Saatzuchtgenossenscha* erhielt
Deutschen Landwirtscha* s-Gesell- für den „Pirnaer Roggen“ auf der
scha* (DLG) beigetreten. Zum 1. Weltausstellung in Paris 1900 eine
April 1890 erhielt er den königlichen Goldmedaille. Steglich widmete sich
Au* rag, eine landwirtscha* liche Ver- mit Kursen für Landwirte zudem
suchsstation in Dresden als Abteilung frühzeitig der Wissensvermittlung.
einer „Versuchsstation für P# an- 1901 wurde ihm der Professorenti-
zenkultur“ am Botanischen Garten tel verliehen. 1904 erfolgte die Zu-
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