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sächsischen Landwirtscha* . Begin-  Oktober 1887 in Chemnitz. Beson-
        nend in Leipzig-Möckern wurde das   ders Rochlitz wurde zu einer wich-
        landwirtscha* liche Versuchswesen in   tigen Lebensstation. 1884 heiratete
        Deutschland aufgebaut. Dieser Ent-  er Margaretha /  erese geb. Ledig.
        wicklung Rechnung trug auch eine    Deren Mutter, Olga geb. Mothes,
        Umgestaltung der wissenscha* lichen   entstammte der Juristendynastie
        Ausbildung in Sachsen. 1869 erfolgte   des Advokaten Dr. August Ludwig
        die Loslösung der Landwirtscha* sleh-  Mothes (15.5.1794–19.1.1856, Frei-
        re von der Forstakademie /  arandt   maurer „Minerva zu den drei Pal-
        und die Etablierung als eigenständige   men“, Namensgeber einer Straße in
        Fachrichtung im Sinne von Justus    Leipzig). Steglichs Schwiegervater, Dr.
        von Liebig unter Leitung von Adolph   Karl Hermann Ledig (17.10.1828–26.
        Blomeyer an der Universität Leipzig.   9.1864), war bei Mothes zeitweise Re-
        Steglich studierte von 1879 bis 1883   ferendar und übernahm nach dessen
        bei Blomeyer und Friedrich Anton    Tod die Praxis. Zu den Geschwistern
        Zürn. Seit dieser Zeit war er Mitglied   von Steglichs Schwiegermutter gehör-
        der „Akademisch-Landwirtscha* li-   ten der Architekt und Kunstschri* -
        chen Verbindung Agronomia“, für die   steller Dr. Oskar Mothes (27.12.1828–
        er das Wappen entworfen hatte und   4.10.1903) und der Rittergutspächter
        der er zeitlebens verbunden blieb.   Hugo Mothes in Stötteritz, mit dem
        1882 reichte Steglich seine Disser-  Druckereibesitzer und Verleger Otto
        tation „Über den Mechanismus des    Dürr und dem Kaynaer Pfarrer Hein-
        Pferdehufes“ ein, die mit „magna cum  rich Trübenbach, ehemals Hauslehrer
        laude“ bewertet wurde. Als schri* -  bei Mothes, war sie verschwägert.
        liche Examensarbeiten verfasste er   Pfarrer Trübenbach führte die Trau-
        „Genaue Information über ein Land-  ung von Steglich und Margaretha
        gut (Rittergut Großzschocher) mit   /  erese an der Nikolaikirche Leipzig
        Entwerfung das den Verhältnissen am  durch. Zu den angeheirateten Cousins
        besten entsprechenden Wirtscha* s-  von Steglich gehörte August Mothes,
        planes und Begründung desselben“    Jurist in Leipzig, mit dem enge Kon-
        und „Die Bedeutung des Wassers für   takte bestanden. In Rochlitz wurden
        die Lebensvorgänge der P# anzen“. Mit  beide Töchter des Ehepaars Steglich
        dem „Großen Examen“ in Landwirt-    geboren. An der landwirtscha* lichen
        scha* , Botanik und Tierheilkunde   Schule in Rochlitz schrieb Steglich
        von 1883 erwarb er die Berechtigung,   1884 mit seiner „Anleitung zum Plan-
        die landwirtscha* lichen Fachdiszipli-  und Situationszeichnen“ zu einem
        nen als Lehrer zu vertreten.        /  ema, das zu jener Zeit an allen
                                            landwirtscha* lichen Lehranstalten
        Ab 1883 lehrte Steglich an der land-  gelehrt wurde. Das Buch erschien
        wirtscha* lichen Schule Rochlitz, ab   bei dem renommierten Landwirt-

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