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Nach dem Tod des Vaters leitete die Mutter das Erbgericht Großdrebnitz
mit einem Verwalter, bis es 1887 an die Familie Hilmes verkau+ wurde.
Bruno Steglich besuchte in Großdreb- die jener seinerzeit leitete. Es ent-
nitz die Schule und erhielt Privat- wickelte sich bei Steglich ein starkes
unterricht. Von 1867 bis 1871 ging Interesse am agrikulturchemischen
er in Bautzen auf die Bürgerschule und p# anzenphysiologischen Ver-
und das Realgymnasium, von 1871 suchswesen. Während eines Volonta-
bis 1876 besuchte er in Dresden die riats auf dem Rittergut Deutschbase-
„Dreikönig schule“, eine Realschule I. litz (1876–1877, Verwalter: Bernhard
Ordnung. Das Rüstzeug für die späte- Müller, Eigentümer: Friedrich / eo-
re Lau& ahn in der Agrarwissenscha* dor von Zezschwitz) erlernte Steglich
erwarb sich Steglich bereits in seiner die Teichwirtscha* . 1878/79 leistete
Oberlausitzer Heimat, nachdem er er in Bautzen im 4. Königlichen
ursprünglich Ingenieur werden woll- Sächsischen Regiment Nr. 103 seine
te. Im elterlichen Erbgericht hatte die einjährige freiwillige Militärp# icht
Arbeitspferdezucht Tradition. Wäh- ab. Steglichs Ausbildung % el dank der
rend der Hospitanz- und Assistenzzeit positiven Wirkungen des von H=K>-
an der Landwirtscha* sschule Bautzen @K`q AT[TX^ B_]`q~?>> mitver-
(1877–1878) bei E|T?@| H=K|=> fassten Gesetzes über „Ablösungen
konnte er auch Erfahrungen in der und Gemeinheitsteilungen“ in die
Versuchsstation Pommritz sammeln, Zeit eines großen Aufschwungs der
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