Page 302 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Platner und Johann Georg Rosen- anstalten. Siebelis war sozial engagiert
müller. Nach dem erfolgreichen und stets bescheiden: Er förderte Kin-
Abschluss der Magisterarbeit riet der aus wenig bemittelten sorbischen
ihm August Wilhelm Ernesti, sich zu Familien, wie z. B. Handrij Lubjensky
habilitieren. Doch Siebelis ging das und Bjedrich Adolf Klin, und grün-
kleine ererbte Vermögen aus und er dete 1810 zwei Armenschulklassen.
musste seinen Lebensunterhalt als Die Schrecken des napoleonischen
Hauslehrer verdingen. Trotzdem fand Krieges 1813 erlebte Siebelis hautnah.
er Aufnahme in der „Societas Philo- Mehrfach wurden französische und
logica Lipsiensis“ seines Professors russische Truppen im Gymnasium
Beck, der auch G=@q?@| H=K>@K`q und in seiner Wohnung einquartiert.
J?`]{ ?> S^` q?@|^ angehörte. 1814 führte Siebelis neue Lehrbücher
Siebelis‘ angegri+ ener Gesundheitszu- nach der Grammatik von Philipp Karl
stand verhinderte danach Anstellun- Buttmann ein.
gen als Lehrer in Halle bzw. Eisleben.
1798 wurde Siebelis auf Vermittlung Siebelis gehörte seit 1816 zu den Frei-
seines ehemaligen Naumburger maurern der Loge „Zur goldnen Mau-
Rektors Müller zum Conrektor an er“, die sich besonders sozialen Zielen
die Sti* sschule in Zeitz berufen. Für verp# ichtet fühlte. Schon 1819 war er
den Schulgebrauch schuf er hier 1800 in den dritten Rang und zum zwei-
sein bekanntes Werk „Hellenica“. Zur ten Redner unter dem Meister vom
Berufswahl als Lehrer sagte Siebelis Stuhl G=@q?@| H=K>@K`q J?`]{ ?>
selbst im Rückblick auf sein Leben: S^` q?@|^ befördert worden, des-
„So wurde ich, was ich wünschte, sen Söhne R]{=@^ S^`q?@|^ und
praktischer Schulmann und noch E@>X^ Tq=]|]@ S^`q?@|^ zu
jetzt im Greisenalter bereue ich es seinen bekanntesten Schülern zähl-
nicht, sondern danke Gott, dass er ten, wie auch der spätere Philologe
mich hat Schulmann werden lassen.“ Karl Friedrich Ameis, K?@_ T@?T-
[]^^ K?>K[ und E|T?@| G]^^_]{
Siebelis trat am 30. Januar 1804 am <]> N]X^K^ T>| J>=>|]@. Mit
Gymnasium in Bautzen das Rekto- Stöckhardt, G]^^_]{ A|]_ E@>X^
renamt in der Nachfolge von LT|- <]> N]X^K^ und dem katholischen
K[ G=|K= an. Den Tipp sich zu Bischof Franz Lock gehörte Siebelis
bewerben hatte ihm der befreundete dem Gesellscha* sverein „Bautzner
Friedrich August Carus aus Bautzen Societät“ an.
gegeben, inzwischen Philosophie-
professor in Leipzig. Das Bautzener Im Jahre 1817, nach der Gründung
Gymnasium entwickelte sich unter des Landständischen Seminars, er-
Leitung von Gedike und Siebelis zu hielt das Gymnasium den Status einer
einer der führenden deutschen Lehr- höheren Lehranstalt zum Zwecke der
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