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Siebelis, Karl Gottfried
Magister, Pädagoge und Philologe in Bautzen
10.10.1769 Naumburg – 07.08.1843 Bautzen
V: Johann Gottlieb (†1772), Bäckermeister in Naumburg; M: †1772; G: 4 ältere; E: (1) 16.10.1803
Juliana Wilhelmina geb. Behr († Februar 1810, Tochter eines Konsistorialassessors in Gera),
(2) bis zu seinem Tod; K: 1 Sohn aus 1. Ehe, Carl Hermann (wechselte 1819 vom Gymnasium
Bautzen nach Gera, während des Armeedienstes diszipliniert), 1 Sohn aus 2. Ehe, Johannes
(*15.5.1817 Bautzen, †8.10.1867 Hildburghausen, Mitglied der Lausitzer Predigergesellscha* ,
Philologe und Gymnasialprofessor in Hildburghausen), Töchter: Anna verh. Käu+ er (†1833,
Lehrerin, verheiratet mit einem ehemaligen Bautzener Conrektor, Professor am Landesgymnasi-
um Grimma und Hofprediger in Dresden), Marie (verheiratet mit Pfarrer Krüger, Purschwitz)
Siebelis verlor früh seine Eltern und Pöschmann, später Professor für Ge-
wurde von den (Stief-)Großeltern schichte in Dorpat.
Kießling aufgezogen. Der Stiefgroßva-
ter stammte aus Löbau in der Ober- Im Jahre 1788 begann Siebelis in
lausitz und besaß in Naumburg eine Leipzig ein Studium der / eologie,
Strump+ abrik, verstarb aber noch Philosophie und Philologie, wobei
während Siebelis‘ Schulzeit, sodass ihm sein Erbteil und Stipendien aus
dieser in Kost und Logis gegeben Naumburg und Zeitz zugute kamen.
werden musste. Am Rathsgymnasium Er freundete sich mit seinem Studi-
Naumburg wurde Siebelis von seinem engenossen Gottfried Hermann an.
Lateinlehrer Friedrich Wilhelm Zu seinen Lehrern zählten neben
Döring gefördert, vor allem aber von Christian Daniel Beck auch Samuel
Rektor Müller. Befreundet war er mit Friedrich Nathanel Morus, Wolfgang
seinem Mitschüler Georg Friedrich Reiz, Karl August Gottlieb Keil, Ernst
Aus dem
Abgangs-
zeugnis.
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