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Petermann, Georg


        Pietistischer Pfarrer in Berlin, der Lausitz und Dresden
        auch: Petermannus, Georgius; Petrman, Jiri; Petrmann, György

        19.03.1710 Pukanz – 19.12.1792 Dresden

        V: Daniel, Kürschner in Pukanz; G: George (*1709 Pukanz, †12.11.1782 Zibelle, studierte zusam-
        men mit seinem Bruder in Halle, 1739 Substitut und ab 1751 Pfarrer in Zibelle, verheiratet mit
        Elisabeth geb. Zenker, ihr Sohn George, *9.8.1750 Zibelle, Kaufmann in Löbau, verheiratet mit
        Johanne Eleonora Rahel geb. Fröhnel, *26.5.1755 Walddorf, †29.12.1794 Löbau, Tochter des Chi-
        rurgen Johann Gottlieb Fröhnel, ein weiterer Sohn Daniel, *1747 Zibelle, 26.9.1760 Aufnahme
        in die Lateinische Schule in Halle); E: (1) †1745; K: Johann Samuel (*1747 Dresden, †1811 Han-
        nover, /  eologe, Hofmeister beim Freiherren von Mengden in Wildenfels, 1776 Gründer der
        Freimaurer-Loge zum Goldenen Apfel – ab 1781 in Dresden, wo später K?@_ AT[TX^ B^^K[=@
        Meister vom Stuhl war, ab 1778 Lehrer an der Pagenschule Dresden, ab 1786 Hofmeister beim
        Prinzen von Mecklenburg-Strelitz, ab 1791 Postkommissarius beim Generalpostamt Berlin)

        Petermann musste an seinem damals   Seine Berufslau&  ahn begann er 1734
        ungarischen Heimatort Pukanz (heute  als Lehrer an der Mägdlein-Schule der
        Pukanec, Westslowakei) eine katholi-  Francke‘schen Sti* ungen.
        sche Schule besuchen. Um den Sohn
        zu schützen, schickten ihn die protes-  Im Oktober 1734 erhielt der Student
        tantischen Eltern später nach Bohn-  Petermann auf Empfehlung von
        witz und Bagdan. Ab 1724 besuchte er  Francke an den Geheimen Finanz-,
        das Gymnasium in Schemnitz (Bans-   Kriegs- und Domänenrat Christi-
        ká Štiavnica), 1728 wechselte er nach   an von Herold eine Anstellung als
        Pressburg (Bratislava).             Lehrer und zeitweise als Prediger der
                                            böhmischen Exulantengemeinde in
        Am 1. Oktober 1733 bezog Peter-     Berlin. Der vormalige Pfarrer der
        mann die Universität Halle zum      Böhmen vor ihrem Weggang 1732 aus
        Studium der /  eologie. Er hörte    Großhennersdorf in der Oberlausitz,
        Vorlesungen von Siegmund Jakob      Johann Liberda, war auf Betreiben
        Baumgarten, Johann Gottlieb Heinec-  von Henriette Sophie von Gersdor+
        cius und Johann Heinrich Michaelis.   in Sachsen verha* et worden und so
        Gotthilf August Francke prägte ihn   hatte die Gemeinde in Berlin keinen
        nachhaltig im Sinne des Pietismus   eigenen Pfarrer mehr. Petermann
        seines 1727 verstorbenen Vaters,    geriet jedoch zunehmend in theologi-
        August Hermann Francke. Petermann  sche Meinungsverschiedenheiten mit
        blieb mit Francke, Direktor des Wai-  seiner Gemeinde, die sich wieder stär-
        senhauses Halle, auch nach dem Stu-  ker den Traditionen der Brüderlehre
        dium in langjährigem Brie¤  ontakt.   zuwandte. So wurden Betstunden

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