Page 172 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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parates die hervorragendste Stellung Anwendungen, z. B. zur Bestimmung
ein. Die Bedrohung ist um so grösser, der Keimzahl in Trinkwasser und
je jünger die Säuglinge sind.“ Seine Milch. 1901 wurde Hesse Mitglied der
Arbeit „Ueber Sterilisirung von Kin- „Naturwissenscha* lichen Gesellscha*
dermilch“ (1890) schuf die Grundlage ISIS“ unter Hempels ehemaligem
zur Einführung der Pasteurisierung Schüler Fritz Foerster. Gustav Hes-
von Kindermilch in Pfunds Molkerei. se untersuchte auf Anregung seines
1893 berichtete er in der Festschri* Vaters in Dresden vor der Berufung
anlässlich des 50-jährigen Doktorju- nach Jena die Herstellung von Nähr-
biläums seines Vaters in Zittau „Ueber böden zur Bakterienzüchtung. Hesses
Milchsterilisirung im Grossbetriebe“. Laboratorium an der TH wurde nach
Der Ausbruch von Typhus-, Diph- seinem Tod aus Angst vor einer bak-
therie- und Cholera-Epidemien in teriellen Verunreinigung abgebrannt.
der Region Dresden ließ Hesse die Die Erben verkau* en das Haus in
mikrobiologischen Grundlagen dieser Strehlen um 1918 und Angelina zog
Krankheiten im Labor untersuchen, in die Winckelmannstraße. In der
er analysierte den Bakteriengehalt im nahe gelegenen Lüttichaustraße und
Dresdner Albertbad und verfasste später im privaten „Südsanatorium“
Hygienevorschri* en. Zur / ematik in der Schnorrstraße 82 praktizierte
ö+ entliche Gesundheit unternahm ihr Sohn Friedrich Henry.
Hesse 1899 eine Studienreise nach
Norddeutschland, England und Hesses Leistungen sind mit der
den USA. Dabei galt sein Hauptin- Ernennung zum „Geheimen Me-
teresse den dortigen Wasser- und dizinalrat“ gewürdigt worden. Sein
Abwasseranlagen. Hesse führte seine Vermächtnis wurde durch seine
wissenscha* lichen Untersuchungen Kinder und Enkelkinder fortgeführt,
in seinem Zuhause in der Strehlener von denen viele die ärztliche Berufs-
Julius-Otto-Straße sowie in einem lau& ahn eingeschlagen haben.
ihm zur Verfügung gestellten Labo-
ratorium an der Technischen Hoch- Das Wandgrabmal der Familie Hes-
schule Dresden durch. Hier und im se (rechts) von Arnold Kramer auf
„Laboratorium für Anorganische und dem Friedhof Radebeul-Ost zeigt
Analytische Chemie“ der TH arbeite- die Eltern mit Walther und seinen
te Hesse eng mit Professor W?_^q=@ 9 erwachsenen Geschwistern. Drei
H=~£=_ zusammen. Er bemühte Grab tafeln, davon eine seitlich an-
sich außerdem gemeinsam mit der gebrachte, erinnern an 14 Familien-
Chemischen Fabrik Heyden Radebeul angehörige, darunter Walther, sein
um eine indus trielle Herstellung von Bruder Richard und seine Schwester
Agar-Agar, und er entwickelte ver- Marie, seine Frau Angelina und die
schiedene Variationen für spezielle beiden Söhne Friedrich und Gustav.
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