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Kanig, Karl Traugott
Pfarrer und sorbischer Liederdichter in Klix
auch: Konik, Korla Bohuwjer
29.07.1804 Hochkirch – 24.10.1878 Klix
V: George Gotthelf (*8.11.1782 Hochkirch, †11.4.1848 Hochkirch); M: Margarethe geb. Schuster
(aus Kubschütz, †1859 Hochkirch); G: Johanna Carolina (*31.12.1805 Hochkirch), George
Gotthelf (*12.8.1807 Hochkirch, †1807 Hochkirch), Anna Maria (*28.11.1809 Hochkirch, †1811
Hochkirch), Johann August (*29.11.1811 Hochkirch, †18.12.1834 Leipzig, Gymnasium Bautzen,
/ eologiestudium in Leipzig), Maria Christiana (*30.11.1813 Hochkirch, †1813 Hochkirch),
Maria Christiana (*30.9.1815 Hochkirch), Johann Ernst (*13.5.1818 Hochkirch, Gymnasium
Bautzen, Sprachübungen bei Jan Arnost Smoler, / eologie- und Medizinstudium in Leipzig, Dr.
med., Gerichtsarzt in Weißenberg), George Gotthelf (*5.12.1824 Hochkirch); E: (1) 21.9.1830
Kleinwelka, Juliane Charlotte geb. Wannack (*8.6.1809 Kleinwelka, †10.4.1851 Klix, Tochter des
Gutsverwalters Georg Wannack aus der Brüdergemeine Kleinwelka), (2) 20.7.1855 Klix, Mathil-
de Caroline verw. Hallensleben geb. Kanig (*24.7.1812 Löbau, †6.1.1889 Radebeul, Tochter von
Carl Benjamin Kanig, Apotheker in Löbau, erste Ehe mit Ernst Wilhelm Gottfried Hallensleben,
Kaufmann in Sondershausen); K: Alwin / eodor (*28.9.1834 Klix, †18.4.1876 Gablenz, Pfarrer),
Karl Otto Georg (*23.1.1845 Klix, †1910 Kleinzschachwitz, Oberpfarrer in Pulsnitz)
Kanig wurde als erstes Kind einer Pfarrhaus, während die Bauerngü-
alteingesessenen Krämerfamilie in ter in der Umgebung brannten. Um
Hochkirch geboren. Er wuchs im vom später / eologie studieren zu können,
Vater gebauten Haus „GGK 1807“ in ging Kanig nach Bautzen auf das
der Blutgasse auf. Als kleines Kind Gymnasium. Wegen % nanzieller Pro-
wäre er fast im brennenden Zuhause bleme der Eltern musste er die Schule
ums Leben gekommen, später noch- zwischenzeitlich unterbrechen und
mals bei einem Unfall in der Scheu- eine kaufmännische Lehre aufneh-
ne. Die streng altlutherischen Eltern men. Auf dem Gymnasium begeis-
sahen in der knappen Rettung ein terte ihn Rektor K?@_ G]^^@K=|
Zeichen Gottes, dass er mit dem Kind SK={=_KX derart für alles Lateinische,
noch Großes plant, was später den dass sich Kanig auch später noch die-
Lebensweg des Sohnes entscheidend ser Sprache wiederholt bediente. Von
beein# ussen sollte. Zu den einschnei- 1824 bis 1827 studierte er / eologie
denden Ereignissen in jungen Jahren in Leipzig, wo er der Lausitzer Predi-
zählte auch der Befreiungskrieg gegen gergesellscha* angehörte.
Napoleon. Wiederholt zogen unter-
schiedliche Truppenverbände durch Nach dem Studium begann Kanig
den Ort. So weilte der Kaiser selbst in als Hilfsprediger in seiner Heimatge-
der Nacht vom 4. zum 5. September meinde Hochkirch. Hier erwarb sich
1813 in Hochkirch und schlief im zu jener Zeit Pfarrer Michael Möhn
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