Page 176 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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väterlichen Freund und Berater.
Kanig wird den „erweckten sorbi-
schen Pastoren“ zugerechnet. Die
Erweckungsbewegung, auch Neupie-
tismus genannt, der sorbischen
Lutheraner stellte eine spezielle Va-
riante des Spätpietismus dar. Kanigs
Heimat, die Gegend um Hochkirch,
war seinerzeit ein Zentrum dieser
sorbischen pietistischen Bewegung,
die sich auch um die Verbreitung
religiöser Schri* en im Volke bemüh-
te. Als Pfarrer von Uhyst hielt Kanig
sonntagsabends Missionsstunden im
Sinne der Herrnhuter Brüdergemeine
und Gläubige kamen von weit her, um
daran teilzunehmen.
Nachdem Heinrich LXIII. Prinz Reuß
zu Köstritz, Herr auf Spreewiese,
Vom Fuß des Turms der Kirche
in Hochkirch führt die Blutgasse
ins Tal in Richtung Pommritz. Sie
erinnert an die Schlacht zwischen
Preußen und Österreich, die im Jah-
re 1758 17000 Tote forderte.
große Verdienste um die Gleichbe-
rechtigung der sorbischen Sprache an
Schulen und die Verbreitung sorbi-
schen Liedguts. 1829 wurde Kanig
als Pfarrer nach Uhyst/Spree berufen.
Das Pfarramt Uhyst stand seinerzeit
unter dem Patronat der Herrnhuter
Brüdergemeine und Kanig fand in
dem Grafen Dohna auf Mönau einen Kirche in Uhyst.
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