Page 136 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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unter den deutschen Versuchsstati-  te auch die Eignung verschiedener
        onen insofern eine Ausnahme, dass   Guano-Dünger. Anbauversuche für
        neben angewandter Forschung auch    Getreide- und Gemüsesorten wurden
        Grundlagenuntersuchungen durch-     im Hinblick auf deren Eignung für
        geführt wurden. Heiden setzte unter   die Oberlausitz durchgeführt. Zudem
        Lehmann begonnene Arbeiten fort.    wurde die Kontrolle von Dünge- und
        Er verglich wasserlösliche und -unlös-  Futtermitteln ausgebaut. Heiden zähl-
        liche Phosphorsäure hinsichtlich der   te zu den führenden Vertretern der
        Fruchtbarkeit der Böden sowie die   deutschen Agrikulturchemie, die bis
        Wirkung des Zusatzes sticksto§  alti-  zur Umstrukturierung unter G=]@[
        ger Verbindungen bzw. humusbilden-  D=@_K^™‚K Leitthema in Pommritz
        der Substanzen und widerlegte dabei   blieb.
        Justus von Liebig, indem er den Wert
        des Humus für die landwirtscha* liche  Heiden setzte die grundlegenden
        P# anzenproduktion nachwies. Schon   Untersuchungen seines Vorgängers
        früh entwickelte Heiden in Pommritz   JT_KTX L=q~?>> zur Ernährung von
        ein neues Arbeitskonzept. Zunächst   Schweinen fort und verö+ entlichte
        erfolgte die strikte Trennung vom Rit-  1879 die Ergebnisse langjähriger
        tergut, das gewinnorientiert arbeiten   Versuche in „Untersuchungen über
        sollte. Die Versuchsstation erhielt 2,5   die zweckmäßigste Ernährung des
        Hektar Land pachtfrei und konnte im   Schweins“. Er analysierte die Wir-
        Stall acht Schweine unterbringen. Die   kung verschiedener Futtersorten (u.
        Räumlichkeiten und technische Aus-  a. mehrerer Getreidearten, Karto+ eln
        stattung der Station wurden erweitert   und saurer Milch) für unterschiedli-
        und Heiden bekam einen zweiten      che Altersklassen und bewertete die
        Assistenten. Sein Hauptaugenmerk    Wirtscha* lichkeit des Futters. Daraus
        galt der Verbesserung der landwirt-  wurden Schlussfolgerungen für die
        scha* lichen Erträge. Er untersuchte   Rasseauswahl und die Zusammenset-
        langjährig Größe und Zusammenset-   zung von Futtermischungen gezogen.
        zung der Wurzeln und des Oberteils   Ähnliche Untersuchungen führte er
        verschiedener Kulturp# anzen (Getrei-  auch für andere Haustierarten durch.
        de, Karto+ eln, Klee) in unterschied-  Heiden war der Erste, der im Rahmen
        lichen Entwicklungsstadien, um      von Fütterungsversuchen die Mine-
        Rückschlüsse auf die Nährsto¨  ilanz   ralsto¨  ilanz (Kalzium, Phosphor)
        zu ziehen. Heiden führte Düngungs-   wissenscha* lich untersuchte, und
        und Fruchtfolgeversuche durch, um   wird international auch heute noch
        „rohen Boden“ fruchtbar zu machen.   zu jenen Wissenscha* lern gezählt, die
        Er propagierte die Verwertung städ-  sich besonders um die Grundlagen-
        tischer Fäkalien zur Erhöhung der   forschung zur Ernährung von Schwei-
        Bodenfruchtbarkeit und untersuch-   nen verdient gemacht haben.

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