Page 75 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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se publizierte Derlitzki u. a. in den   mit dem Pommritzer Helmut Nauck.
        Schri* en der Ökonomischen Gesell-  Nach einem Betriebsunfall verlor
        scha*  im Freistaat Sachsen und der   Derlitzki ein Bein.
        Deutschen Landwirtscha* s-Gesell-
        scha* . 1931 hatte die Versuchsanstalt   Nach 1945 beteiligte sich Derlitzki
        Pommritz ca. 130 Mitarbeiter.       am Wiederau&  au der Landwirtscha* ,
                                            so in der „Arbeitsgemeinscha*  für
        Derlitzki durchschaute frühzeitig die   Landarbeitsforschung“. Zudem leitete
        Ideologie der Nazis und lehnte es ab,   er die „Vereinigung der gegenseiti-
        NSDAP-Mitglied zu werden. Weil er   gen Bauernhilfe“ in Kindisch und ab
        sich gegen die Außerbetriebsetzung   1948 den Ausschuss für Landarbeit
        von Landmaschinen zur „Scha+ ung“   der Deutschen Landwirtscha* s-
        von Arbeitsplätzen wehrte, erhielt er   Gesellscha* . Aufgrund einer politisch
        am 28. März 1934 die Kündigung.     motivierten Verleumdung wegen
        Sie wurde auch nicht zurückge-      angeblich schlechter Behandlung von
        nommen, als die Pommritzer Beleg-   Zwangsarbeitern während des Krieges
        scha* , einschließlich von NSDAP-   musste er mehrfach für mehrere
        Mitgliedern, dagegen protestierte.   Monate in Untersuchungsha* . Tat-
        Derlitzki übernahm ein 35 ha großes   sächlich hatte er aber abgelehnt, in die
        Bauerngut in Kindisch bei Kamenz    SED einzutreten; die französischen
        („Luisenhof“) und bewirtscha* ete   Zwangsarbeiter waren nach der Be-
        es nach seinen Erkenntnissen der    freiung zunächst sogar noch freiwillig
        Landarbeitsforschung. Das Gut       in Kindisch geblieben, um das Gut
        hatte eine große Ausstrahlung auf die   zu schützen. 1949 wurde er endgültig
        Umgebung. Auch hier blieb Derlitz-  freigesprochen. Derlitzki übernahm
        ki wissenscha* lich tätig. Zwischen   eine beratende Tätigkeit beim Aus-
        1935 und 1942 führte er im Au* rag   bau der arbeitswissenscha* lichen
        des „Reichskuratoriums für Technik   Forschung in Halle-Etzdorf. Ab 1950
        in der Landwirtscha* “ arbeits- und   unterstützte er die Gründung der
        wärmewirtscha* liche Versuche in 34   Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt
        Orten Deutschlands und 2 Dörfern    Gundorf, wo die Pommritzer Traditi-
        Österreichs durch, um die Verbrei-  on fortgeführt wurde. 1952 erhielt er
        tung der Elektrizität im ländlichen   einen vollen Lehrau* rag für Land-
        Raum zu befördern. Die Untersu-     arbeitslehre an der Landwirtscha* -
        chungen galten v. a. der Nutzung von   lichen Fakultät der Martin-Luther-
        Elektrowärmegeräten, um den Ver-    Universität Halle-Wittenberg, wo er
        brauch fester Brennsto+ e zu reduzie-  bis zur Emeritierung 1955 erfolgreich
        ren und durch erhöhte Nachfrage den   eine fundierte Landarbeitsforschung
        Strompreis zu senken. Die Ergebnisse   au&  aute.
        publizierte er wiederholt zusammen

        Quellen: S. 412 + .                                                 75
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