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Derlitzki, Georg Max Ludwig


        Professor, Begründer der Landarbeitsforschung in Pommritz
        30.04.1889 Bergfriede/Ostpreußen – 02.05.1958 Kindisch

        V: Ludwig (*10.2.1853 /  yrau, †7.5.1902 Bergfriede), Volksschullehrer; M: Alma Rosalie geb.
        Kaul (*22.1.1857 Löbau, †24.2.1934 Göttingen); G: Erich Rudolph (*11.7.1885 Bergfriede,
        †20.2.1947 Brandis); E: Dorothea geb. Ebert (*2.10.1888 Niewerle, †15.10.1967, Tochter eines
        Pfarrers, promovierte Sprachwissenscha* lerin in Marburg, Arbeitslehre im Haushalt); K: Jürgen
        (18.7.1916–12.5.1942), Rotraut (*7.6.1918, Dipl.-Landwirtin)

        Derlitzki besuchte die Volksschu-   eng verknüpfen. Danach übernahm
        le Bergfriede, ging ab 1900 auf das   Derlitzki in der Nachfolge von GTX-
        humanistische Gymnasium Osterode    ^?< L][=X die Leitung der Versuchs-
        und legte 1908 das Abitur ab. Nach   station Pommritz.
        einer landwirtscha* lichen Lehre in
        Brödinen studierte er 6 Semester    In den Jahren 1919/20 erfolgte in
        Rechts- und Staatswissenscha* en    Sachsen eine Umstrukturierung des
        in Berlin und 3 Semester Land- und   landwirtscha* lichen Versuchswesens
        Forstwissenscha*  in Gießen. 1913   mit dem Ziel, die Landwirtscha*  wie-
        promovierte Derlitzki bei Paul Gi-  der rentabel und damit konkurrenz-
        sevius zum /  ema „Systematik des   fähig zu machen. Aus den ehemaligen
        Roggens durch Untersuchungen über   Versuchsstationen gingen drei spezi-
        den Ährenbau“, anschließend arbeite-  alisierte Versuchsanstalten hervor: in
        te er als Assistent am Landwirtscha* -  Leipzig-Möckern unter Leitung von
        lichen Institut der Universität. 1914   Gustav Fingerling, in Dresden unter
        legte Derlitzki das landwirtscha* liche   Leitung von B@T>] S^=[_K`q und
        Staatsexamen ab. Mit „Untersuchun-  in Pommritz mit Derlitzki als erstem
        gen über Keimkra*  und Triebkra*    Direktor, der außerdem zum Profes-
        und über den Ein# uss von Fusarium   sor ernannt wurde. Die Versuchssta-
        nivale“ habilitierte er sich 1917. Ein   tion wurde dafür mit dem Rittergut
        Jahr später berief ihn das Land-    Pommritz unter eine einheitliche
        wirtscha* liche Institut Gießen zum   Leitung gestellt (141 ha). Seit der
        Abteilungsvorstand. Derlitzki lehrte   Gründung 1864 durch JT_KTX L=q-
        bis 1919 als Privatdozent Acker- und   ~?>> bestand in Pommritz eine For-
        P# anzenbau, publizierte zur Düngung  schungstradition auf dem Gebiet der
        und Streckung des Karto+ elsaatgutes   Agrikulturchemie. Mit der Umstruk-
        und leitete die Samenkontroll- und   turierung erfolgte gleichzeitig eine
        Maschinenprüfstation der Landwirt-  thematische Umorientierung auf die
        scha* skammer Wiesbaden. Damit      landwirtscha* liche Betriebslehre un-
        konnte er Wissenscha*  und Praxis   ter besonderer Berücksichtigung der

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