Page 47 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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lysen durchgeführt, 1839 wurde die
Brauerei gegründet. Zum Direktori-
um gehörten Vertreter der Banken
Bondi und Kaskel. Eine Schadenser-
satzklage des Mitgründers Ferdinand
von Reiboldt gegen Blochmann und
die Direktoren im Jahre 1842 leitete
das Ende des Unternehmens ein.
1841 gab Blochmann seine Verwal-
tungstätigkeit auf und kau* e Rittergut Seinen Lebensabend verbrachte
und Schloss Wachau bei Radeberg. Blochmann auf dem Gut Fried-
Hier gründete er einen „ökonomi- richstal bei Radeberg. Es ging nach
schen Verein“, der sich nach Bloch- seinem Tod in den Besitz seines
mann dem Landbau als „reinste und Schwiegersohns Eduard Friedrich
ergiebigste Quelle für den National- von Rechenberg und später in den
reichtum“ verschrieben hatte, und des Dresdner Sanatoriumsbetreibers
eine Knechteschule. Ebenso wie sein Heinrich Lahmann über.
Bruder, der Pädagoge Karl Justus
Blochmann, orientierte er sich dabei mann, der mit großer Energie Wa-
an Johann Heinrich Pestalozzi. In chau instand gesetzt, mit Rodungen
der landwirtscha* lichen Ausbildung zusätzliche Flächen gewonnen und
sah man eine Chance, Kindern aus Kühn in die Melioration, d. h. die
einfachen Verhältnissen eine besse- Trockenlegung der an stauender Näs-
re Zukun* zu ermöglichen. Neben se leidenden Felder, eingeführt hatte.
der praktischen Ausbildung wurde Als berühmter Agrarwissenscha* ler
Grundlagenwissen einschließlich in Halle erinnerte sich Kühn später
Schreiben und Rechnen vermittelt. an Blochmann als einen der hervorra-
1845 verfasste Blochmann „Das Rit- gendsten Praktiker.
tergut und Dorf Wachau bei Radeberg
in geschichtlicher, statistischer und Heinrich August Blochmann fand
landwirthscha* licher Beziehung“. auf dem Dresdner Trinitatisfriedhof
Im selben Jahr erwarb er das nahe die letzte Ruhe. 20 Jahre später wurde
Gut Friedrichstal. 1849 verkau* e neben ihm sein Bruder Rudolf Sigis-
Blochmann Wachau, behielt aber das mund, der Gasbeleuchtungspionier,
um 155 Acker Holzland von Wach- beigesetzt.
au erweiterte Friedrichstal, wo er
seinen Lebensabend verbrachte. In
Wachau und Friedrichstal arbeitete
Julius Kühn aus Pulsnitz für Bloch-
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