Page 321 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 321
Nachweis der Alge „Ulothrix variabilis Kützing“ durch Steudner in
einem Brunnen in Biesnitz am Fuß der Landeskrone. Ludwig Rabenhorst
schrieb: „Der meist quadratische Zellenkern ist hier sehr charakteristisch.“
Abbildung: University of Michigan (Lizenz CC BY-NC)
reichischen Alpen und die Lombar- aus Muskau an einer von Carl Ritter
dei. 1857 stellte er in einem Katalog gegründeten Sti* ung zur Förderung
des Botanischen Gartens Berlin die der Geographie. Dessen Nachfolger
dort vorhandenen Arten von / alia als Präsident der Gesellscha* für
L. nach der – umstrittenen – Eintei- Erdkunde, Heinrich Barth, weckte in
lung von Koch zusammen. Ludwig Steudner das Interesse am „Schwar-
Rabenhorst publizierte einen Algen- zen Kontinent“. Steudner meldete
nachweis Steudners aus Görlitz. Vor sich für die von Ernst II., Herzog von
dem Gartenbauverein berichtete jener Sachsen-Coburg und Gotha, initiier-
über Gartenbauausstellungen in der te Expedition in die Nilländer. Das
Oberlausitz. 1860 wurde Steudner in Ziel der Expedition bestand in der
Berlin in die „Gesellscha* Naturfor- Au¤ lärung des Schicksals des Afri-
schender Freunde“ gewählt und er kaforschers Eduard Vogel aus Leipzig,
knüp* e Kontakte zur „Gesellscha* der seit 1855 als verschollen galt. Es
für Erdkunde“ um seine früheren wurde vermutet, dass er in das für
Professoren Dove und Ehrenberg. Europäer gesperrte Sultanat Wadai
(heute östlicher Tschad) eingedrun-
Steudner beteiligte sich wie Hermann gen war.
Ludwig Heinrich Fürst von Pückler
321

