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botanischer, mineralogischer und Görlitz. Steudners Beobachtungsgabe
faunistischer Studien sowie kartogra- sind bemerkenswerte Entdeckun-
% sche Arbeiten durchgeführt werden gen zu verdanken. An ihn erinnern
konnten. Sie hatten eigenverantwort- die Namen vieler P# anzenarten
lich entschieden, die aussichtslose („Steudneri“; „Steud“ ist dagegen dem
Suche nach Vogel abzubrechen und Botaniker Ernst Gottlieb von Steudel
dafür den wissenscha* lichen Unter- zuzuordnen) sowie der Zwergwüs-
suchungen den Vorrang zu geben. tengecko („Tropiocolotes Steudneri“,
Die Expedition wurde v. a. von Alfred 1869 von Wilhelm Peters beschrie-
Brehm verteidigt. Es sei vermerkt, ben). Karl Koch hatte schon 1862 die
dass Steudner mit privaten Mitteln Gattung „Steudnera K. Koch“ aus der
von 500 Talern pro Jahr die Reise erst Familie der Aronstabgewächse nach
mit ermöglicht hatte und auch dieser Steudner benannt. Wilhelm Stricker
Beitrag nach der Routenänderung erinnerte im „Archiv für pathologi-
gesperrt wurde. sche Anatomie und Physiologie und
für klinische Medicin“ von Rudolf
Steudner leistete unter ungünstigen Virchow im „Ärztlichen Nekrolog
klimatischen Verhältnissen und von 1863“ an ihn. Die von Steudner
Krankheiten geplagt in der Kürze der gesammelten P# anzen be% nden sich
ihm zur Verfügung stehenden Zeit heute in international bedeutenden
mit seinen Expeditionskameraden Herbarien, darunter in der Sammlung
wichtige Pionierarbeit. Er gehörte afrikanischer Gewächse im Bota-
zu den ersten Opfern der deutschen nischen Museum Berlin-Dahlem,
Afrikaforschung des 19. Jahrhunderts. in den Kew Royal Botanic Gardens
Die von ihm verfassten Berichte in London, im Natural History Museum
der „Zeitschri* der Berliner Gesell- London, Muséum national d‘histoire
scha* für Erdkunde“ und der „Zeit- naturelle Paris, Swedish Museum of
schri* für allgemeine Erdkunde“ Natural History Stockholm und South
besaßen große Bedeutung, weil viele African National Biodiversity Institu-
der bereisten Gebiete von keinem Bo- te, National Herbarium Pretoria. Die
taniker vor ihm erforscht worden wa- gefundenen Gesteine hatte Steudner
ren. Er schilderte auf lebendige Weise an Alexander Sadebeck gesandt,
jedoch nicht nur die Natur, sondern der sie der Deutschen Geologischen
zudem Land und Leute, sodass die Gesellscha* zugänglich machte. Eine
Berichte auch einen hohen ethnologi- Insektensammlung ging an das Zoo-
schen Wert besitzen. Karl Koch wurde logische Museum Berlin.
von Heuglin gebeten, Steudners
Aufzeichnungen und Sammlungen Steudner hatte nie die Bindungen
auszuwerten. Ein Teil der natur- nach Görlitz verloren. Er war Eh-
historischen Sammlung ging nach renmitglied der Naturforschenden
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