Page 238 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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und Rumänien erhielt Neumeister     auch sie warnten vor Erfolgsrisiken.
        hohe staatliche und forstliche Aus-  Das schließliche Scheitern gab ihnen
        zeichnungen. Die Amtszeit Neumeis-  recht. GTX^?< L][=X und B@T>]
        ters in /  arandt vollendete sich 1904   S^=[_K`q vertraten von 1911 bis 1925
        mit der Erhebung der Forstakademie   in der insgesamt 31 Jahre währenden
        zur Hochschule. Wie Gustav Anton    Zugehörigkeitsperiode von Neumeis-
        Zeuner an der TH Dresden legte er   ter zum Landeskulturrat in diesem
        als langjähriger Akademiedirektor   Gremium die landwirtscha* lichen
        mit der Einführung des Wahlrektorats  Versuchsstationen.
        sein Amt nieder, das jetzt jährlich
        befristet neu besetzt wurde.        Auch noch in seiner Dresdner Zeit er-
                                            innerte sich Neumeister seiner Ober-
        Von 1906 bis 1919 leitete Neumeister   lausitzer Wurzeln. Als Mitglied des
        den Forstbezirk Dresden als Ober-   sächsischen Eisenbahnrats erreichte
        forstmeister. Zu seinem Forstbezirk   er im Zusammenwirken u. a. mit dem
        gehörte die Dresdner Heide, seit    Kleindrebnitzer Gemeindevorstand
        1906 auch Moritzburg. Von 1910 bis   E@>X^ G>?T`‚ 1909 die Errichtung
        1920 war Neumeister Vorsitzender    eines Bahnhofs in Weickersdorf. Aus
        des sächsischen Forstvereins und    Anlass der 350 Jahre zuvor im Dorf
        er leitete das Prüfungsamt für den   eingeführten Reformation spendete er
        höheren sächsischen Staatsforstdienst.  1909 der Martinskirche Großdrebnitz
        1907 beteiligte sich Neumeister mit   einen kunstvollen Deckel zum neuen
        einem Beitrag zur Dresdner Heide    Taufstein. Den hatten die Angehöri-
        an einem wissenscha* lichen Füh-    gen der letzten vier Großdrebnitzer
        rer durch Dresden. Im selben Jahr   Pastorenfamilien, darunter von C?@_
        erstellte er für den Landeskulturrat   JT_KTX M?@_]^q, gesti* et.
        ein Gutachten zu einem geplanten
        Preisausschreiben für Rauchgas-     Während des Ersten Weltkriegs
        Neutralisierungsanlagen zur Ver-    verfasste Neumeister ein „Merkblatt
        meidung von Schäden in Land- und    zur Gewinnung von Laubreisigfutter“.
        Forstwirtscha* . Der Wettbewerb     1917 leitete er die Hauptversammlung
        wurde von den zuständigen Minis-    des Deutschen Forstvereins, dem
        terien grundsätzlich positiv bewer-  er viele Jahre angehörte, in Erfurt.
        tet, obwohl Experten vor einem      Bei dieser Gelegenheit befürwortete
        absehbaren Scheitern warnten. Die   er eine Kriegsbewirtscha* ung der
        Gutachter, neben Neumeister auch    Wälder. Zuletzt wohnte Neumeister in
        B@T>] S^=[_K`q und Oskar Kellner    Dresden, Wilhelmplatz 10 (vormals
        aus Möckern, empfahlen zwar einen   Hermann von Nostitz-Wallwitz).
        solchen Wettbewerb mit einem Preis-  Nach seinem Tod wurde er auf dem
        geld von bis zu 20000 Mark, doch    Inneren Neustädter Friedhof beige-

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