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Während des Studiums der Forst-     zu den Voraussetzungen für eine
        wirtscha*  von 1867 bis 1869 an     Lau&  ahn im höheren sächsischen
        der Akademie /  arandt gehörten     Staatsforstdienst. Aus dem Jahr
        Johann Friedrich Judeich („Sächsi-  1871 stammt die erste Publikation
        sche Bestandeswirtscha* “) und Max   Neumeisters mit Beobachtungen in
        Preßler („Bodenreinertragslehre“)   Langebrück zu Generationen des
        zu Neumeisters wichtigsten Lehrern.   Fichtenborkenkäfers. Im selben Jahr
        Julius Adolph Stöckhardt unterrichte-  ließ er zur Erinnerung an den Sieg im
        te Chemie, Friedrich Nobbe Botanik   Deutsch-Französischen Krieg an der
        und P# anzenphysiologie. Seit ihrer   Weißiger Straße sieben Friedensei-
        Gründung durch Heinrich Cotta im    chen p# anzen. 1872 bestand Neu-
        Jahre 1816 hat die Forstakademie    meister die Staatsprüfung für den hö-
        unser heutiges Waldbild entscheidend  heren Forstdienst mit Auszeichnung
        geprägt: Die ungeplante Bewirtschaf-  und wurde an der Forsteinrichtungs-
        tung des Bauernwaldes, Ursache für   anstalt Dresden angestellt. Entspre-
        den damals verbreiteten Verfall der   chend gehörten Forsteinrichtungs-
        Wälder, wurde ersetzt durch plan-   arbeiten zu seinen Hauptaufgaben.
        volle Au+ orstung und Ernte. Ein    Neumeister arbeitete in Görlitz, auf
        systematisches Wegenetz war für die   den fürstlich-reußischen Besitzungen,
        wirtscha* liche Nutzung des Waldes   auf den fürstlich-claryschen Besitzun-
        besser geeignet als Jagdwege, die sich   gen in Böhmen und in verschiedenen
        spinnenförmig von einem Zentrum     Staatsforstrevieren. 1877 beteiligte er
        ausbreiteten. Seit ca. 1860 verband   sich mit dem Beitrag „Windmantel
        die „Sächsische Bestandeswirtscha* “   oder Waldmantel‘‘ an der Versamm-
        wirtscha* liche Kriterien mit wald-  lung sächsischer Forstvereine in
        baulichen Aspekten wie Altersklassen   Zittau.
        und räumliche Ordnung. Aufgabe der
        Absolventen war es, das Gelernte in   1880 vertrat Neumeister den zweiten
        die Praxis überzuführen. Für her-   forstlichen Professor Max Weißwan-
        vorragende Studienleistungen wurde   ge in /  arandt bei Vorlesungen zu
        Neumeister eine Medaille verliehen.   Waldbau und Forstschutz. Zu den
                                            P# ichten des zweiten forstlichen Pro-
        Nach dem Studium wechselte Neu-     fessors gehörte auch die Verwaltung
        meister in die Praxis und arbeitete   des Staatsforstreviers /  arandt, das
        zwei Jahre im Langebrücker Staats-  als Lehr-Forstrevier der Verbindung
        forstrevier, benachbart gelegen zum   von /  eorie und Praxis diente. Als
        Kleinröhrsdorfer Revier des Vaters.   Weißwange nach /  arandt zurück-
        Diese wie eine einjährige Tätigkeit an   gekehrt war, trat Neumeister dessen
        der Königlich-Sächsischen Forstein-  Nachfolge als Forstmeister beim
        richtungsanstalt Dresden gehörten   Fürsten Hermann von Hatzfeldt in

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