Page 236 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 236
trag in der Allgemeinen Deutschen
Biographie widmete. Unter seinem
Kuratoriumsvorsitz wurden 1904 die
landwirtscha* lichen Versuchsstatio-
nen / arandt, die zuvor als Samen-
kontrollstation unter Friedrich Nobbe
an die Forstakademie angegliedert
war, und Dresden hinsichtlich
Landwirtscha* unter der Leitung von
B@T>] S^=[_K`q vereinigt. Neu-
meister wirkte in / arandt zudem als
Stadtrat.
In Judeichs Nachfolge gehörte Neu-
meister von 1894 bis 1925 dem
sächsischen Landeskulturrat als
gewählter Vertreter für das Forstwe-
sen an. Ebenfalls in der Nachfolge
seines ehemaligen Lehrers gab er den
jährlichen „Forst- und Jagdkalender
Neumeisters Berufsweg wurde ent- für Deutschland“ heraus. Zudem
scheidend von seinem Vater geprägt beteiligte sich Neumeister als Autor
– 1878 setzte er diesem ein ehrendes an Lehrbüchern und Enzyklopädien
Grabmal in Kleinröhrsdorf. (z. B. am Brockhaus) zur Forst- und
Jagdwissenscha* . Besondere Bedeu-
hatten 26 bzw. 43 Jahre in / arandt tung besaßen seine Überarbeitungen
gelehrt und geforscht und die Aka- und Neuau# agen mehrerer Bücher
demie zur Weltgeltung geführt. Zu von Preßler und Judeich, so der
Neumeisters Zeit betrug der Anteil „Forst- und Forstbetriebseinrichtung“
ausländischer Studenten nahezu zum Hochwaldideal nach Preßler,
50%. 1904 stellte er im Rahmen eines der „Preßlerschen Kubierungstafeln“
umfassenden Werks zum Unterrichts- und Judeichs „Forsteinrichtung“. Mit
wesen im Deutschen Reich anlässlich seinem wichtigsten eigenen Werk,
der Weltausstellung in St. Louis die „Die Forsteinrichtung der Zukun* “,
Forstakademie vor. Während seiner schrieb Neumeister Judeichs grund-
Amtszeit als Akademiedirektor schu- legendes Buch fort, welches viele
fen die Bildhauer Johannes Schilling Länder im Sinne der „Sächsischen
und Reinhard Schnauder Büsten zur Bestandeswirtscha* “ beein# usst hatte
Erinnerung an Judeich und Preßler, und in mehrere Sprachen übersetzt
dem Neumeister auch einen Bei- worden war. Die Forsteinrichtung
236

