Page 23 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 23
gründete Adolph Biram mit Salomon
Wol+ , einem Schwager aus Löbau, ein
Handelsgeschä* . Nach dem Besuch
von Bürgerschule und des Kreuzgym-
nasiums unter Heinrich Stürenburg
bis 1893 wechselte Arthur Biram in
der 9. Klasse (Obertertia) auf das hu-
manistische Gymnasium Hirschberg
in Niederschlesien. Rabbiner und
Religionslehrer war hier sein Onkel
Max Biram, ein ehemaliger Zacharias
Frankel-Schüler aus Breslau. Etwa
zur selben Zeit zogen Birams Familie
sowie die Firma des Vaters, Wol+ &
Biram, nach Berlin.
Das Jahr 1896 wurde zur Zäsur für
viele, auch die gut integrierten deut-
schen Juden. / eodor Herzl schrieb
nach antisemitischen Ausschreitun-
gen in Paris („Dreyfus-A+ äre“) das Arthur Biram in Berlin.
Buch „Der Judenstaat“ und initiierte
damit den politischen Zionismus mit Paulsen. Auch der Philologe Ulrich
dem Ziel, einen eigenen Staat Israel von Wilamowitz-Moellendor+ und
zu errichten. Der Versuch, sich durch der Historiker Eduard Meyer gehör-
Assimilierung und Christianisierung ten zu seinen Lehrern. Außerdem
der Verfolgung zu entziehen, war besuchte Biram bei dem Gelehrten
gescheitert. Birams Vater ho e, dass Moritz Steinschneider private Semi-
sein Sohn Arthur Rabbi in einem nare über mittelalterliche Religions-
solchen Staat werden möge. Vater und philosophie. Parallel zum Studium an
Sohn bekannten sich nach dem ersten der Universität ließ sich Biram an der
Weltkongress von 1897 in Basel zur Hochschule für die Wissenscha* des
zionistischen Bewegung. Judentums in Berlin zum Rabbiner
ausbilden. Sein Vater unterstützte die
Nach dem Abitur im Jahre 1897 stu- Hochschule als förderndes Mitglied.
dierte Biram an der Universität Berlin Der Sohn wurde hier von Martin
orientalische Philologie, Philosophie Schreiner für die Beziehungen zwi-
und Nationalökonomie bei Eduard schen der jüdischen und arabischen
Sachau, Friedrich Delitzsch, August Kultur interessiert. Nachdem eine
Fischer, Georg Simmel und Friedrich historische Abschri* eines Werkes
23

