Page 27 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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bliothekar an der Hochschule für die
Wissenscha* des Judentums, gab für
Studienanfänger aber auch Hebrä-
isch-Kurse. Vor der Jüdischen Ge-
meinde Potsdam hielt er den Vortrag
„Jüdische Hochschulen“. Seinem ehe-
maligen Lehrer Moritz Steinschnei-
der, der den Zionismus ablehnte und
beispielsweise die jüdische Forschung Die Gebäude der Hebrew Reali
und Lehre in allgemeine Universitä- School im Technion-Komplex im
ten integrieren wollte, widmete Biram
zum 90. Geburtstag im Jahre 1906 Stadtteil Hadar wurden von Alexan-
in „Ost und West“ eine ausführliche der Baerwald erbaut. 1923 begrüßte
Würdigung: „Mit Steinschneider man hier Albert Einstein anlässlich
seines ersten Haifa-Besuchs.
wollen wir der jüdischen Wissen-
scha* die Anerkennung innerhalb deutschen Juden“ (EZRA), den Paul
des gesamten Wissenscha* sbetriebs Nathan, Eugen Lan dau und James
erkämpfen.“ Biram verfasste zudem Simon 1901 in Berlin zur Unterstüt-
Beiträge für die „Jewish encyclope- zung verfolgter Juden aus Osteuropa
dia“. Er entschied sich schließlich gegründet hatten und der jenen bei
gegen eine theologische und für eine ihrer Emigration nach Amerika oder
pädagogische Lau& ahn. 1909 absol- Palästina half.
vierte Biram die Lehramtsprüfung für
Lateinisch, Griechisch und Hebräisch Der „Hilfsverein der deutschen
am Askanischen Gymnasium Berlin, Juden“ engagierte sich im seiner-
einer altsprachlichen Eliteschule. Er zeit osmanischen Palästina für den
unterrichtete danach am Berliner Au& au eines jüdischen Bildungswe-
„Gymnasium zum Grauen Kloster“ sens nach deutschem Vorbild. Man
sowie 1912 in Neuruppin klassische betreute bis zu 50 Einrichtungen
Sprachen und Literatur. einschließlich Kindergärten, Rab-
biner- und Lehrer-Seminare, Bib-
Die Familie Biram engagierte sich in liotheken und Handwerkerschulen.
verschiedenen jüdischen karitativen Die Bestrebungen des „Hilfsvereins“
Vereinigungen. So gehörten Arthur befanden sich in Übereinstimmung
Biram und sein Vater in Berlin und mit der damaligen Außenpolitik des
Frankfurt/Oder dem „Verein zur Un- deutschen Kaiserreichs, das seinen
terstützung ackerbautreibender Juden Ein# uss im Nahen Osten ausweiten
in Palästina und Syrien“ (ESRA) an. wollte. Im Rahmen der Planungen
Sein Onkel Max Biram in Hirschberg für die erste jüdische Hochschule in
war Mitglied im „Hilfsverein der Palästina, das „Technion“ in Haifa,
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