Page 25 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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den „Zionisierung“ der Studenten-   Magnes, später Präsident der Hebrew
        scha*  beteiligt. Junge Vereinsmitglie-  University of Jerusalem. In den Kon-
        der unterrichtete er beispielsweise in   # ikten um die jüdischen deutschen
        jüdischer Geschichte. 1898 gründete   Vereine widerspiegelten sich auch
        er mit weiteren Studenten und Vertre-  Di+ erenzen innerhalb der jüdischen
        tern zionistischer Vereinigungen wie   Bevölkerung, zwischen liberalen und
        seinem späteren Schwager /  eodor   konservativen Strömungen, zwischen
        Zlocisti einen Turnverein im Geden-  Zionisten und eher auf die Integrati-
        ken an Shimon bar Kokhba, dessen    on setzenden Gemeindemitgliedern.
        niedergeschlagener Aufstand gegen   1901 war Biram maßgeblich an der
        die römischen Besatzer nach dem     Gründung des Dachverbandes „Bund
        Jahre 135 die Diaspora des jüdischen   Jüdischer Corporationen“ (BJC)
        Volkes aus seiner Heimat in Palästina   beteiligt. 1906 gründete er mit Felix
        ausgelöst hatte. Unter der Leitung von  Rosenblüth (Pinchas Rosen) und
        Israel Auerbach entwickelte sich der   Kurt Blumenfeld den Verein jüdischer
        „Kochba-Club“ zu einer weltweiten   Studenten „Makkabäa“. Mit Heinrich
        jüdischen Bewegung mit mehre-       Loewe leitete er die „Organisation für
        ren 10.000 Mitgliedern innerhalb    hebräische Sprache“. Das Studium des
        der Maccabi World Union. Wie in     Hebräischen bildet ein Kernelement
        der deutschen Turnbewegung nach     des Zionismus.
        Friedrich Ludwig Jahn ging es um die
        Förderung eines nationalen Bewusst-  In den zionistischen Kreisen Berlins
        seins, gestärkt werden sollte aber auch  bewegten sich seinerzeit auch die
        die Selbstverteidigung. Physische   /  omaschewsky-Schwestern. Hanna
        Ertüchtigung verband die nationale   wurde später Arthur Birams Frau. Sie
        Idee mit dem bürgerlichen Ideal einer   war Mitglied des Kochba-Clubs und
        allseits gebildeten Persönlichkeit. Ne-  gehörte 1910 zu den Gründerinnen
        ben dem Sport spielte die Förderung   des „Jüdischen Frauenbundes für
        der jüdischen Kultur, v. a. der Musik,   Turnen und Sport“. Emma /  oma-
        eine große Rolle. Biram verfasste Ar-  schewsky heiratete Davis Trietsch aus
        tikel für die „Jüdische Turnzeitung“,   Dresden, einen der bedeutendsten Zi-
        das oƒ  zielle Organ von Bar-Kochba.   onisten überhaupt und Gegenspieler
        1901 gehörte er an der Hochschule   von /  eodor Herzl. Hulda, später mit
        für die Wissenscha*  des Judentums   dem Arzt und Schri* steller /  eodor
        zu den Mitbegründern eines zionis-  Zlocisti verheiratet, war 1897 eine von
        tischen Studentenvereins, der sich   14 weiblichen Delegierten zum Ersten
        jedoch nach Androhung von Ex-       Zionistenkongress in Basel.
        matrikulationen wieder au# öste. Zu
        Birams Freundeskreis zählten dabei   Biram arbeitete nach Abschluss des
        Max Schloessinger und Judah Leon    Rabbi-Seminars als Sekretär und Bi-

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