Page 22 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 22

Die frühen Lebensstationen von Arthur Biram sind in der preußisch-
        sächsischen Landkarte blau markiert: Bischofswerda, Dresden, Hirschberg
        und Berlin. Seine Vorfahren waren ansässig in Bomst, Grätz, Liegnitz sowie
        die Eltern mit seinen jüngeren Geschwistern und zeitweise auch mit Biram
        selbst in Frankfurt/O. Ebenfalls grün markiert sind Städte, die mit Ver-
        wandten in Verbindung standen: Breslau, Görlitz, Löbau und Cottbus.

        Posen von der rechtlichen Gleichstel-  ram in Görlitz als Soldat im Deutsch-
        lung in Preußen lange ausgenommen   Französischen Krieg nachgewiesen,
        blieben. Zu den strittigen Fragen   1875 wurde in Löbau das erste Kind
        gehörte auch das Recht, einem „hö-  von Rosalie verh. Wol+  geboren und
        herwertigen“ Gewerbe nachzugehen,   1878 in Bischofswerda das erste Kind
        wie beispielsweise dem Textilhandel.   von Adolph, Arthur Biram.
        Nachdem die jüdische Bevölkerung
        1868 in Sachsen ihre staatsbürgerli-  In Bischofswerda gab es keine eigene
        chen Rechte erhalten hatte, kam es zu   jüdische Gemeinde. Zum Religions-
        einer starken Zuwanderung und auch   unterricht der Kinder musste ein Leh-
        die Familie Biram ließ sich hier nie-  rer aus Dresden kommen. Vermutlich
        der. Der Zuzug vollzog sich o+ enbar   spielte dies eine wesentliche Rolle,
        entlang der schlesisch-sächsischen   dass die Familie Adolph Biram nach
        Eisenbahnlinie. Von den Liegnitzer   Dresden zog, als Arthur, der älteste
        Geschwistern ist 1870/71 /  eodor Bi-  Sohn, sieben Jahre alt war. In Dresden

        22
   17   18   19   20   21   22   23   24   25   26   27