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seine eigenen Felder und die der an-
gegliederten Schäferei selbst.“
Auf den kurfürstlichen Besitzungen
Lohmen und Rennersdorf sowie
nach der Au ebung eines völligen
Verkaufsverbots auch von verschiede-
nen Rittergütern wurden besonders
feinwollige Merinoschafe („Elektoral-
schafe“) gezüchtet. Die Qualität der
„Elektoralwolle“ überstieg jene der
seit 1765 unter dem Prinzregenten
Xaver aus Spanien eingeführten Me- Das Kammergut Rennersdorf
rinos und machte Sachsen zu einem (Gustav Täubert/Wilhelm Riedel,
führenden Exportland für Schafwol- Deutsche Fotothek, Lizenz CC BY-
le, die außerdem die Grundlage der SA 4.0).
pros perierenden sächsischen Textil-
industrie darstellte. Nakes Zuchtleis- Schafe in Sachsen belief sich 1800 auf
tungen machten ihn international 90.000. 1804 befanden sich in den
bekannt und wohlhabend. Von 1779 kurfürstlichen, ab 1806 königlichen
bis 1811 wurden von Rennersdorf Schäfereien 3.400 reinblütige Merinos
insgesamt 10.000 Tiere an inländische spanischer Abstammung. Eingeführt
Schäfereien abgegeben. Der Gesamt- hatte man anfangs etwa 200 Tiere.
bestand durch Merinos veredelter
Neben seiner beru# ichen Tätigkeit
in Rennersdorf betrieb Nake privat
Karpfenteichwirtscha* . Er hatte dazu
den Goldbacher und Weickersdorfer
Teich aus dem Besitz des Amtes Stol-
pen gepachtet. Um die Teiche besser
bewirtscha* en zu können, erwarb
er 1810 eine benachbarte Fläche der
Gemeinde Kleindrebnitz. Statt der
geplanten einfachen Hilfsgebäude
ließ er sich hier 1811 von G]^^_]{
F@K=|@K`q Tq]@~==@ ein größeres
1802 gab es in ganz Australien erst Anwesen mit Wohnhaus, Scheune
33.000 Schafe. 1812 gelang es John und Zugviehstall errichten. Die im
Macarthur, die ersten sächsischen Ort dafür heute übliche Bezeichnung
Merinos zu importieren. als „Vorwerk“ ist nicht korrekt. Der
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