Page 224 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 224
„Vorwerk“ Kleindrebnitz: Histori-
sche Torausbildung der mit Kreuz-
gewölben gedeckten Hofeinfahrt
(oben); heutige Ansicht (rechts).
Conradi zu den höchsten Vertretern darin, die feudalen Fronleistungen
des Kurfürsten im Amt Stolpen. Das der Bauern und Häusler aus den
Kammergut unterstand direkt dem Amtsdörfern einzufordern. Allerdings
Geheimen Finanzkollegium ohne pro% tierte das Kammergut davon
zwischengeschaltete Mittelbehörde. in geringerem Maße als das Amt in
Nake verantwortete mehrere Vorwer- Stolpen. Die umliegenden Dörfer
ke und Schafzüchtereien sowie die hatten dem Kammergut Gesinde zu
Schäfereischule in Stolpen. Das Amt stellen und mussten aushelfen, wenn
Stolpen ging auf ehemals bischöf- dessen eigenes Personal die Arbeit
lichen Besitz um Stolpen und Bi- nicht scha e. Viele Fronarbeiten
schofswerda zurück, der seit 1559 den wurden auch in den dem Kammer-
Kurfürsten gehörte. Die Amtsschösser gut zugeordneten Vorwerken, z. B.
oder Amtsverwalter fungierten als in Altstadt, und den Schäfereien
unmittelbare Vertreter der jeweiligen geleistet. Erich Barth schreibt: „Die
Landesherren, wobei den örtlichen Ackerdörfer waren gehalten, alle zum
Erbrichtern, wie beispielsweise in Vorwerk Rennersdorf gehörenden
Kleindrebnitz, relativ große Eigen- Getreidefelder allein zu bestellen und
ständigkeit gewährt wurde. abzuernten“ (zu den Ackerdörfern
gehörten beispielsweise Lauterbach
Eine Aufgabe des Amtsverwalters und Wilschdorf) sowie: „Das große
im Kammergut Rennersdorf bestand Kammergut Rennersdorf bestellte
224

