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Mittag, Karl Wilhelm


        Stadtchronist von Bischofswerda
        24.12.1813 Rammenau – 29.04.1864 Langebrück

        V: Johann Gottlieb, Häusler in Rammenau; M: Eva Rosina geb. Häntsche (*1.9.1785 Rauschwitz,
        †24.11.1840 Rammenau), Tochter eines Freibauern; G: Johann Gottlieb (*24.3.1808 Rammenau,
        † nach 1840), Hanne Eleonore (*13.8.1822 Rammenau, † nach 1840); E: 1843, Emilie Paulina
        geb. Lommatzsch (Tochter von Karl Gottfried Lommatzsch, Rittergutspächter und Gutsbesitzer
        in Burkhardswalde; ? Pferdezüchter Gottfried Leberecht Lommatzsch, *1803 Burkhardswalde)

        Karl Mittag stammte aus einfachen   Frommen 1539 im albertinischen
        Verhältnissen. Er besuchte an seinem   Sachsen eingeführt, unter dem Pat-
        Geburtsort Rammenau die Schu-       ronat von Christian Gottlob Adolph
        le und blieb der Heimat zeitlebens   von Heynitz mitverantwortlich. 1842
        verbunden. Mit seinem ehemaligen    wurde die Heynitzer Kirche umgebaut
        Kirchschullehrer Johann Gott-       und dabei die Orgel umgesetzt. Am
        lob Riedel war er befreundet. Von   30. April 1849 gehörte Mittag zu den
        1830 bis 1834 besuchte Mittag das   Rednern einer Volksversammlung
        Fletcher‘sche Lehrerseminar in Dres-  in Meißen, die zur Anerkennung der
        den. Zurückgehend auf eine Sti* ung   Frankfurter Verfassung aufriefen.
        von Friederica Christiana Elisabeth
        Freifrau von Fletcher aus dem Jahre   Mittag war wissenscha* lich sehr
        1769 war es 1825 gegründet worden.   interessiert. In Meißen gehörte er der
        Es sollte Kindern aus einfachen Fa-  Naturwissenscha* lichen Gesellscha*
        milien den Zugang zum Lehrerberuf   ISIS an und auch zur Oberlausitzi-
        ermöglichen. Unterricht und Woh-    schen Gesellscha*  der Wissenschaf-
        nung waren kostenlos. Das Seminar   ten zu Görlitz hatte er Kontakt. (Die
        stand unter der Administration von   zitierte korrespondierende Mitglied-
        Detlev Graf von Einsiedel, der wenige   scha*  konnte in den Mitgliederver-
        Jahre zuvor als sächsischer Kabinetts-  zeichnissen nicht bestätigt werden.)
        minister der Stadt Bischofswerda eine   Die ISIS Meißen wurde zu jener Zeit
        Denkmalbüste für König Friedrich    vom Mediziner Dr. Körner und die
        August den Gerechten gesti* et hatte.   Muttergesellscha*  in Dresden von
        1835 erhielt Mittag seine erste An-  dem bedeutenden Naturwissenscha* -
        stellung als Hilfslehrer in Siebenlehn.   ler Ludwig Reichenbach geleitet.
        Ab 1837 arbeitete er als Kirchschul-  Zu den bekanntesten Projekten in
        lehrer und Organist in Heynitz bei   Meißen zählte die „Chronik des Gar-
        Meißen. Hier zeichnete Mittag für   tenwesens und Feuilleton der Isis“, he-
        die Ausgestaltung der 300-Jahr Feier   rausgegeben von Karl Andreas Geyer.
        der Reformation, von Heinrich dem   Mittag selbst überarbeitete 1853 das

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