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Barthel, Ehregott Bruno
Kirchschullehrer und Heimatforscher in Großdrebnitz
23.04.1856 Langhennersdorf b. Freiberg – 18.01.1933 Kleindrebnitz
V: Friedrich August (1829–1887), Gutsbesitzer in Langhennersdorf; M: Christiane Friederi-
cke geb. Scheinert (*1833 Reichenbach bei Hainichen, †1907 Langhennersdorf); G: Amalie
Auguste (1854–1907), Friedrich Louis (1857–1922), Friedrich Emil (1864–1950), Selma Alma
(1872–1935); E: 30.7.1879 Asta Clementine geb. Leipnitz (*6.6.1854 Schandau, †11.5.1947 Klein-
drebnitz); K: Gertrud (1881–1960, verh. mit dem Kleindrebnitzer Gemeindevorstand Oskar
Gnauck), Bruno Arthur (1882–1953, Drogeriebesitzer in Dresden, verh. mit Tochter Hedwig des
Kleindrebnitzer Gemeindevorstands E@>X^ G>?T`), Helene (1887–1961), Fritz (1892–1950)
Barthel wurde 1862 in die Kirchschu- zuvor als Lehrer auf Probe eingestellt
le Langhennersdorf eingeführt. Zeitig worden war. Barthel hatte sich dafür
lernte der Junge Klavier spielen. gegen andere Kandidaten in einem
Schon mit 10 Jahren begann er, sich Wettbewerb durchsetzen müssen,
für landwirtscha* liche Probleme, der aus Orgelspiel, Singen, Kate-
Wetterbeobachtungen und ihre chisieren, Schreiben und Rechnen
Zusammenhänge zu interessieren. bestand. Zu seinen Aufgaben zählte
Am 15. April 1870 bestand Barthel das regelmäßige Vertreten des Pfar-
die Aufnahmeprüfung am Lehrer- rers mit Lesegottesdiensten. Aus dem
seminar Nossen, das er bis 1876 wirtscha* lich prosperierenden Raum
besuchte. 1871 begann er Tagebuch Freiberg stammend, erkannte Barthel
zu führen, nachdem er sich zuvor das Entwicklungsde% zit seiner neuen
die Gabelsberger Kurzschri* ange- Heimat und setzte sich mit Erfolg für
eignet hatte. Jahrzehnte vor ihrer den „Fortschritt auf dem Lande“ ein.
o ziellen Einführung in Deutschland In diesem Zusammenhang zu sehen
beherrschte er damals auch schon sind die Gründungen des örtlichen
die lateinische Schri* . Nach einer Landwirtscha* lichen Vereins (1900),
Kandidatenprüfung wurde Barthel der örtlichen Spar- und Darlehens-
im April 1876 in Elstra als Vikar kasse (1903) und einer Schulbuchstif-
eingestellt, vier Wochen später als tung für Kinder aus % nanzschwachen
Hilfslehrer. Am 11. März 1879 erhielt Familien (1905). Das Startkapital
er die Berufung zum dritten ständi- erhielt die Schulbuchsti* ung aus den
gen Lehrer in Elstra. Hier heiratete Erlösen eines Kinderkonzerts, das
Barthel die Tochter des Pächters vom am 3. April 1905 unter Leitung von
Gasthaus „Zum Stern“, Asta Leipnitz. Barthel im Erbgericht Großdrebnitz
Seine Berufung zum Kirchschullehrer stattfand. Barthel selbst sti* ete den
in Großdrebnitz erfolgte zum Januar Reinertrag seines erfolgreichen Bu-
1881, nachdem er einige Wochen ches, der Chronik „Altes und Neues
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