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Liers letztes Motiv war die %  eresienwiese mit der Bavaria, die er 1882 in
        drei Varianten malte. Repro: Cybershot800i (Wikimedia Commons).
        in München zeigte er mit großem     malte häu% g Mondschein-, Nebel-
        Erfolg „Vier Tageszeiten“ und „Isarge-  und Regenstimmungen. Auch wenn
        gend bei München“. Lier hatte seinen   er sich in seinen letzten Jahren etwas
        künstlerischen Höhepunkt erreicht   zurückzog, gehören gerade Gemälde
        und gehörte jetzt zu den gesuchtesten   aus dieser Zeit zu seinen bekanntesten
        Malern. Im gleichen Jahr erö+ nete er   Werken, wie der „Abend an der Isar“
        in München eine private Malschule,   (Nationalgalerie Berlin), der „Son-
        die er bis 1873 erfolgreich führte. Der   nenuntergang an der schottischen
        in Dresden geborene Hermann Baisch  Küste“ (Museum Stuttgart) und „Die
        war einer seiner bedeutendsten Schü-  /  eresienwiese mit der Bavaria bei
        ler. Liers „Vier Jahreszeiten“ und eine   Abendlicht“ (Pinakothek München).
        „Landstraße bei München im Regen“   Die Städtischen Sammlungen Gör-
        wurden auf der Wiener Weltausstel-  litz besitzen drei Werke von Lier, das
        lung 1873 mit einer Kunstmedaille   Stadtmuseum Bautzen „Am Kanal“
        ausgezeichnet. Ungeachtet beginnen-  und „Abendlandscha*  am See“.
        der gesundheitlicher Probleme war er
        wieder freischa+ end tätig und reiste   Quellen: Artikel von Hermann Arthur Lier in:
        nach Holland („Am Strand von Sche-  Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 18, 1883, S.
                                            631–636 und Sigfried Asche in: Neue Deutsche Bio-
        veningen“) und 1876 nach Schottland,   graphie, Bd. 14, 1985, S. 535 f.; Friedrich von Boetti-
        wo die Liers die älteste Tochter des   cher: „Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts“.
        verstorbenen Schwagers in P# ege    1891, S. 867–871; /  eodor Mennacher: „Adolf Lier
                                            und sein Werk“. Piloty & Loehnle, München, 1928;
        nahmen. Die Münchener Akademie      „Die Kunst unserer Zeit“. F. Hanfstaengl, München,
        wählte ihn 1877 zum Mitglied und    1904; Sächsisches Staatsarchiv Dresden; www.
                                            sophie-drinker-institut.de; wiki.olgdw.de; www.n-
        ernannte ihn 1881 zum Professor. Lier   k-b.de; Leipziger Zeitung 1854; ISIS Dresden

                                                                           199
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