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Lier, Adolf Leonhard


        Professor, Journalist, Literaturwissenscha* ler
        22.03.1864 Herrnhut – 04.01.1917 Dresden

        V: Hermann Gustav, Kaufmann, übernahm 1854 das Familiengeschä* ; M: Rosine geb. Chodat;
        G: Hermann Arthur (*1.2.1857 Herrnhut, †8.2.1914 Kötzschenbroda, Dr. phil., Bibliothekar an
        der Königl. Bibliothek in Dresden, Mitarbeiter der Allgemeinen Deutschen Biographie), ? Oscar
        (ab 1896 Gemeindevorstand in Herrnhut, Namensgeber einer Straße); E: 7.1.1893 Dresden,
        Agnes Johanna geb. Herrmann (*10.12.1870); K: Marie Charlotte Erica (*1.4.1894 Dresden), An-
        dreas Hermann Leonhard (*1.4.1896 Dresden), Adolf Reinhard /  eodor (*17.7.1898 Dresden)
        Die Herrnhuter Familie Lier ging auf   Werken des Dichters der Au¤  lärung
        den Goldschmied und Kaufmann        Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Seine
        August Ludwig Lier zurück, Leonhard  Studien der Philologie, Germanistik
        Liers Großvater. Der Sohn eines Hof-  und Literaturgeschichte ab 1885 in
        kürschners und Ratsherren in Schwe-  Leipzig und München schloss Lier
        rin hatte nach Herrnhut geheiratet.   1889 in Leipzig mit der Dissertation
        Ein Sohn aus dieser Ehe war A|]_€   „Studien zur Geschichte des Nürn-
        LK=@, ein Onkel von Leon hard Lier.  berger Fastnachtspiels“ über die
                                            Meistersinger ab. Zu seinen Professo-
        Lier besuchte die Schule in Herrn-  ren gehörten Friedrich Zarncke und
        hut und das Gymnasium in Zittau.    Michael Bernays. Danach arbeitete er
        1882/83 leistete er in Dresden seine   für die Liegnitzer Zeitung. 1890 holte
        Militärp# icht ab. Früh interessierte   ihn Hermann /  enius, der Lier schon
        er sich für Literatur. Lier gehörte der   von der O+ enen Loge kannte, zum
        1882 gegründeten „O+ enen Loge“     Dresdner Anzeiger. /  enius, seit 1878
        an, einem berufsständigen Verein der   Chefredakteur, setzte die 1869 von
        Dresdner Schri* steller. 1883 berichte-  Eduard Ferdinand Springer begonne-
        te er im Neuen Lausitzischen Maga-  ne Entwicklung der ersten Dresdner
        zin über Briefe des Zittauer Dichters   Zeitung von einem Inseraten- und
        Karl Friedrich Kretschmann an K?@_   Amtsblatt zu einem redaktionellen
        AT[TX^ B^^K[=@ in der Königli-     Nachrichtenblatt fort. Schon vor sei-
        chen ö+ entlichen Bibliothek, wo sein   nem Amtsantritt gab es die Ressorts
        Bruder H=@~?>> A@^qT@ LK=@ zwei     Politik, Wirtscha* , Örtliches und
        Jahre zuvor angestellt worden war.   Feuilleton. /  enius brachte 1880 die
        Auch in anderen Zeitschri* en erin-  Politik auf Seite 1. Für dieses Ressort
        nerte er an den brie# ichen Nachlass   engagierte er Lier, der zudem für das
        Böttigers, so im Archiv für Literatur-  Feuilleton arbeitete. Um 1900 führte
        geschichte bei Teubner. 1885 publi-  der Dresdner Anzeiger politische
        zierte er bei Reclam zu ausgewählten   Leitartikel ein.

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