Page 194 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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integriert. 1873 starb Justus von
                                            Liebig. Lehmann lehrte bis zu seiner
                                            krankheitsbedingten Emeritierung als
                                            Professor für Agrikulturchemie.


                                            1879 kehrte Lehmann nach Dresden
                                            zurück. Er trat hier der Naturwis-
                                            senscha* lichen Gesellscha*  ISIS bei.
        Die landwirtscha+ liche Versuchs-   Mitglieder zur Zeit Lehmanns waren
        station in Pommritz.                W?_^q=@ H=~£=_, E|~T>| F@K=|-
                                            @K`q und Heinrich Wilhelm Clemens
        Düngern und Futtermitteln durch.    Blochmann, den er schon seit seiner
        Seine letzte Schri* , ein Gutachten im   Zeit als Lehrer am Gymnasium kann-
        Au* rag des sächsischen Finanzminis-  te, sowie viele bekannte Wissenscha* -
        teriums, galt umweltbedingten Verun-  ler wie Oscar Drude, Hanns Bruno
        reinigungen (durch Hüttenrauch) von  Geinitz und Gustav Anton Zeuner.
        Futtermitteln und deren Wirkungen   Nach 1890 führten Lehmann und
        auf den tierischen Organismus. In   W?_^q=@ H=XX= milchwirtscha* li-
        den folgenden fünf Jahrzehnten führ-  che Untersuchungen im Labor von
        ten in Pommritz E|T?@| H=K|=>       Walther Hempel durch. Lehmann
        und GTX^?< L][=X die von Lehmann    verglich die chemische Natur von
        begründete agrikulturchemische      Muttermilch und Kuhmilch, um diese
        Tradition fort.                     durch geeignete Zusätze besser für
                                            die Säuglingsernährung nutzbar zu
        1867 erhielt Lehmann den Ruf als    machen. Seine Ideen wurden später
        Professor an die landwirtscha* liche   von Hempel und Hesse verwertet.
        Akademie in Proskau/Oberschlesi-
        en. 1869 wurde er auf Empfehlung    Lehmann war eng mit Kipsdorf und
        von Justus von Liebig, seit 1852 an   dem oberen Weißeritztal verbun-
        der Ludwig-Maximilians-Universität   den, für dessen Erschließung er sich
        München, zum Vorstand der zent-     engagierte. Er verbrachte viel Zeit im
        ralen Versuchsstation des landwirt-  Julius-Alexander-Haus in Waldbä-
        scha* lichen Vereins Bayerns beru-  renburg. Nach seinem Tod widmete
        fen. Auch in München untersuchte    ihm der „Verschönerungsverein
        Lehmann P# anzen- und Tierernäh-    zu Kipsdorf, Bärenfels und Bären-
        rung. Er führte Soja als Futterp# anze   burg“ unweit der Riedelmühle einen
        ein. 1872 wurde die Versuchsstation   Gedenkstein mit einem Porträtrelief.
        als landwirtscha* liche Abteilung in   Das originale Relief % el im Zweiten
        die 1868 gegründete Polytechnische   Weltkrieg der Rüstungsindustrie zum
        Schule, die heutige TU München,     Opfer, wurde aber inzwischen auf Ini-

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