Page 198 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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sich in den Malerkolonien auf der
Fraueninsel im Chiemsee um Max
Haushofer und Christian Ruben und
in Brannenburg auf. Es entstanden
Gemälde wie „Abendstimmung am
Starnberger See“, „Landscha* aus
der Umgebung von Dachau“ und
„Vom Frauenchiemsee“. 1861 un-
ternahm Lier eine erste, kurze Reise
„Am Starnberger See bei heran- nach Frankreich, 1864 reiste er ein
ziehendem Gewitter“: Zum bevor- zweites Mal nach Paris. Unter dem
zugten Motiv Liers wurde nicht das Ein# uss der dortigen Meister der
Hochgebirge selbst, sondern häu& g Landscha* smalerei um Jules Dupré
die / ache Ebene davor mit den Ber- malte Lier Stimmungslandscha* en.
gen im Hintergrund. Man lehrte ihn hier einen ganz neuen
telte ihm der aus Zittau stammende Blick auf die Natur, die Intimität der
Richard Zimmermann. Der Schüler Emp% ndung und eine Natürlichkeit
von Ludwig Richter malte genre- des malerischen Ausdrucks („Pay-
ha* sta erte Landscha* en. Auch sage intime“). Im Louvre studierte
Liers Bilder waren später lange reich und kopierte er die alten Meister. Mit
sta ert, mit einem Pfarrer mit rotem Dupré reiste Lier nach Isle-Adam an
Regenschirm, oder auch mit Schafen, der Oise. Die spätere Heimreise von
Weidevieh und Hochwild. 1852 ent- England führte ihn nochmals kurz
stand als Geschenk für seine Mutter nach Herrnhut. Lier hatte bei Dupré
Liers erstes Ölbild, die „Partie bei gelernt, die Natur durch ihre schlichte
Brixen“. Im Jahre 1853 war er erstmals Einfachheit wirken zu lassen. Dies
auf einer Dresdner akademischen sollte auch seine eigene, koloristi-
Kunstausstellung als Maler vertreten sche Schule der Landscha* smalerei
(„Hohlweg im Walde“, „Heranziehen- in München prägen. Davon zeugten
des Regenwetter“). Zum Ende die- zuerst „Die Oise in der Gegend von
ser Phase des Suchens und Lernens Paris im Mondschein“ (Gemälde-
wurde Liers Malstil zunehmend von galerie Dresden) und die „Partie an
Eduard Schleich und Carl Spitzweg der Elbe bei Pillnitz“. 1867 erhielt
beein# usst. Mit seiner „Dorfpartie bei er auf der Pariser Weltausstellung
Habach“ für den Münchener Kunst- für die „Dorfgasse in England bei
verein gelang ihm 1855 der künst- Mondschein mit heimkehrender
lerische Durchbruch. Lier liebte die Scha erde“ eine Goldmedaille. Die
Alpen und die oberbayerischen Seen, Kunstakademie Dresden wählte Lier
die er in vielen Bildern in spätroman- 1868 zum Ehrenmitglied. Auf der in-
tischer Manier malte. Häu% g hielt er ternationalen Kunstausstellung 1869
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