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Klotz, Christian Adolph


        Professor in Göttingen und Halle
        13.11.1738 Bischofswerda – 31.12.1771 Halle

        V: Johann Christian (*5.3.1701 Höngeda bei Mühlhausen, †2.9.1776 Bischofswerda), 1725 Ma-
        gister der Philologie, 1727 Habilitation und Adjunkt der philosophischen Fakultät in Wittenberg,
        1729 Archidiakonus, 1730 Heirat, 1738 Superintendent in Bischofswerda; M: Christiane Friede-
        rike geb. Auenmüller (*17.7.1709 Bischofswerda, †3.4.1774 Bischofswerda), Tochter von Gottlob
        Auenmüller (Rechtskonsulent, †31.5.1735 als Bürgermeister von Bischofswerda) und Schwester
        von Friedrich Gottlob Auenmüller (*1.11.1711 Bischofswerda, †13.7.1776 Braunsdorf, Inspektor
        der Porzellanmanufaktur Meißen von 1740 bis 1764 zur Zeit von Heinrich von Brühl und Jo-
        hann Joachim Kändler, von Prinz Xaver entlassen); G: Christian August (besuchte das Gymna-
        sium Görlitz, studierte Jura), Christiana Carolina (heiratete am 11.10.1763 den Mittagsprediger
        von St. Petri und Paul und Katecheten der Johanniskirche Christian Gottlob Bürger/†13.7.1767
        in Zittau), 1 Bruder und 2 Schwestern früh verstorben; E: 1763 Göttingen, Johanna Maria geb.
        Sachse (* um 1740, Tochter eines Ratsapothekers); K: 1 Tochter († früh in Göttingen)

        Klotz kam schon als Kind von drei   Studium nach Wittenberg, wo Johann
        Jahren mit dem seinerzeit jugend-   Christian Klotz von 1727 bis 1729 als
        lichen Gotthold Ephraim Lessing     Adjunkt der philosophischen Fakultät
        zusammen, als sich dieser bei einem   wirkte. In der Religion sympathisier-
        Verwandten, dem Putzkauer Pfarrer   te Christian Adolph Klotz mit dem
        Johann Gotthelf Lindner, au—  ielt   Pietismus der Herrnhuter Brüderge-
        und mit jenem den befreundeten      meine. 1757 verfasste er ein Gedicht
        Vater Klotz in der Superintendentur   auf die Belagerung von Zittau („/  re-
        in Bischofswerda besuchte. Der Sohn   nodia cineri Zittav“).
        erhielt zuhause Privatunterricht und
        besuchte kurzzeitig die Fürstenschule   1758 bezog Klotz die Universität
        St. Afra in Meißen.                 Leipzig. Zu seinen Förderern zählten
                                            der Strafrechtsreformer Karl Ferdi-
        1756 wechselte Klotz auf das        nand Hommel und der Rektor und
        Görlitzer Gymnasium, wo ihn der     Professor für Dichtkunst Carl Andre-
        langjährige Rektor Friedrich        as Bel. Auch bei dem Philologen und
        Christian Baumeister für die alten  /  eologen Johann August Ernesti
        Sprachen begeisterte. Bei diesem    nahm er Unterricht. Klotz verfasste
        Wechsel hatte wohl eine Rolle ge-   1758 seine philologische Dissertati-
        spielt, dass sich Klotz‘ Vater und der   onen „Pro M. Tullio Cicerone adver-
        Görlitzer Rektor aus ihrer Witten-  sus Dionem Cassium et Plutarchum
        berger Zeit vermutlich gut kannten.   dissertatio“ (in Görlitz mit Baumeister
        Friedrich Christian Baumeister      bei Fickelscherer) und „Ad virum
        wechselte 1729 zum Philosophie-     doct. I. C. Reichelium epistola, qua

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