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tur als grundsätzlich verschieden, als Streitlust ebneten den Weg zu einer
die Behandlung von Gegenständen weitgehenden Isolierung von Klotz
versus Handlungen darzustellen. am Ende seines kurzen Lebens. Dies
Dies stand im Gegensatz zu Johann verstellte lange den Blick auf seine
Joachim Winckelmann und Horaz Leistungen. Klotz hatte das Denken
(„ut pictura poesis“, „ein Gedicht ist seiner Zeit mitbestimmt und Interesse
wie ein Gemälde“). Als Klotz ihn in an Literatur und Geschichte geweckt.
„Ueber den Nutzen und Gebrauch der
alten geschnittenen Steine und ihrer
Quellen: Conrad Bursian: „Klotz, Christian
Abdrücke“ (1768) kritisierte, erzürn- Adolph“. Allgemeine Deutsche Biographie,
te dies Lessing derart, dass er Klotz Bd. 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S.
in der Folgezeit wiederholt angri+ . 228–231; Carl Renatus Hausen: „Leben und
Neben inhaltlichen Aspekten spielten Charakter Herrn Christian Adolph Klotzens“.
Hemmerde Halle, 1772; „Gotth. Ephr. Lessings
allerdings auch subjektive Faktoren sämmtliche Werke“. Karlsruhe, 1825; Karl
eine Rolle. Lessings Freund Friedrich Wilhelm Mittag: „Chronik der königlich säch-
Nicolai stand mit der „Allgemeinen sischen Stadt Bischofswerda“. Friedrich May,
deutschen Bibliothek“ in direkter Bischofswerda, 1861; Herbert Jaumann: „Hand-
buch Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit“. Bd.
Konkurrenz zu Klotz, und Lessing 1, Walter de Gruyter, 2004, S. 370–371; Johann
selbst war nach dem Scheitern seines Gottfried Herder: „Kritische Wälder oder
Betrachtungen, die Wissenscha* und Kunst
Projekts „Hamburger Dramaturgie“ des Schönen betre+ end, nach Maßgabe neuerer
unter Druck. Klotz sah in Lessings Schri* en“. Herders Sämmtliche Werke, Bd. 3,
Argumenten sophistisches Diskutie- Berlin 1878; Manfred Beetz, Hans-Joachim
ren über Kleinigkeiten – und nannte Kertscher: „Anakreontische Au¤ lärung“. Bd. 28
ihn betont „Magister Lessing“. Der von Hallesche Beiträge zur Europäischen Auf-
klärung, Walter de Gruyter, 2005; „Fortsetzung
Streit zwischen Lessing und Klotz und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Joechers
nahm teils skurrile Züge an. Wenn allgemeinem Gelehrten-Lexicon“. 1810; Christi-
sich jemand Lessing als Verbünde- an Adolph Pescheck: „Handbuch der Geschichte
ten sichern wollte, so der ehemalige von Zittau“. Bd. 2, 1837; Friedrich Christian
Baumeister: „Verzeichniß aller derjenigen Studi-
Günstling von Heinrich von Brühl renden, so unter meiner Rectorats-Verwaltung
und Leiter des Kupferstichkabinetts von Ao. 1736 bis 1785 in Prima Classe des
Carl Heinrich von Heinecken in Görlitzischen Gymnasii sich als Zuhörer befun-
den haben“. Fickelscherer Görlitz; Lausitzisches
seinem Streit mit Christian Ludwig Magazin, 1774; Jan Philipp Reemtsma: „Lessing
von Hagedorn, musste er nur seinen in Hamburg: 1766–1770“. C.H.Beck, 2007; Le-
eigenen Gegner als Freund von Klotz ben und Wirken der vorzüglichsten lateinischen
Dichter des XV. – XVIII. Jahrhunderts, sammt
darstellen. J]q?>> E_=??@ Z=KXXK[ metrischer Uebersetzung ihrer besten Gedichte,
stellte den Streit zwischen Lessing beigefügtem Originaltexte, und den nöthigen
und Klotz bildlich dar (S. 396). Erläuterungen“. J. B. Wallishausser, 1828; Rainer
Rückert: „Biographische Daten der Meissener
Manufakturisten des 18. Jahrhunderts“. Baye-
Missgunst und verletzte Eitelkeiten risches Nationalmuseum, 1990; „Historisches
seiner Konkurrenten sowie eigene Taschenbuch“. Brockhaus 1850
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