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unter Führung von Stadtbaurat Hans
Erlwein der Dresdner Künstlerverein
„Die Zun* “ gegründet. Die Bildhauer,
Architekten, Maler und Kunstge-
werbler entwickelten einen speziellen,
an der Zweckmäßigkeit orientierten
Dresdner Stil im Zusammenwirken
der verschiedenen Kunstformen. Eine
Arbeitsgemeinscha* innerhalb der
„Zun* “, der auch Goller angehörte,
gab die „Dresdner Künstlerhe* e“ he-
raus. Goller illustrierte zudem für das
„Kunstgewerbeblatt“, die Zeitschri*
des Vereins Kunstgewerbe-Museum
zu Leipzig.
O+ enbar war es zwischen Hans
Erlwein und Goller zum Bruch ge-
Plakat für eine Ausstellung der „El- kommen. Jener trat aus der „Zun* “
bier“ mit dem von Goller gescha` e- aus und gehörte 1908/1909 zu den
nen Signet. Beschwerdeführern gegen Erlwein
wegen vermeintlicher Bevorzugung
Anstoß zur Gründung des Deutschen von „Zun* “-Mitgliedern bei ö+ entli-
Werkbundes 1907 in München, dem chen Au* rägen. Als 1909 die Grup-
sowohl Karl Schmidt, Goller als auch pen „Zun* “ und „Elbier“ sowie weite-
dessen Druckhaus / eodor Beyer an- re Künstler die „Künstlervereinigung
gehörten. Mit der Ansiedlung seiner Dresden“ gründeten, beteiligte sich
Deutschen Werkstätten begründete Goller nicht.
Schmidt 1909 die Gartenstadt Hel-
lerau. Der Deutsche Werkbund, von Mit vielen Vertretern der damaligen
1910 bis 1912 mit seiner Zentrale in Reformbewegungen arbeitete Gol-
der Gartenstadt Hellerau ansässig, ler als Glasmaler an gemeinsamen
verstand sich als Vereinigung von Bauvorhaben, so mit den Architekten
Künstlern, Architekten, Unterneh- William Lossow (Kunstgewerbemu-
mern und Sachverständigen zur seum und Garnisonkirche Dresden),
„Veredelung der gewerblichen Arbeit Hans Erlwein (Sparkasse Schulgasse
im Zusammenwirken von Kunst, Dresden) und Schilling & Graebner
Industrie und Handwerk“. Ebenfalls (Lutherkirche Radebeul und Kaiser-
von der 3. Deutschen Kunstgewer- palast, Handelsbank Dresden, Kirche
beausstellung beein# usst, hatte sich Dux).
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