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Goller, Josef


        Professor, Glasmaler und Gra% ker
        25.01.1868 Dachau – 29.05.1947 Obermenzing bei München

        V: Adam, Tischler und Instrumentenbauer; E: Clara Fanny geb. Kunze (*27.9.1865 Zittau,
        †29.5.1927 Dresden, Tischlerstochter aus Zittau); K: Clara Elise (*1.10.1888 vermutl. in Zittau,
        †1970 vermutl. in Braunschweig, ab 1911 verheiratet mit dem Maler Arno Drescher, Tanzunter-
        richt bei Mary Wigman), Josefa Anna (*10.10.1889 Dresden), Clara Gertrud (*2.6.1891 Dres-
        den), Martha Helene (*15.5.1892 Dresden), Johanne Margarethe (*5.11.1893 Dresden), Charlotte
        Erna (*6.12.1894 Dresden), Elsa Maria (*5.12.1895 Dresden), Josef Friedrich (*30.11.1896
        Dresden), Johann Otto (*2.10.1898 Dresden, 1928 ausgewandert in die USA)

        Josef Goller absolvierte in München   im Barock und Rokoko beklagte und
        an der Mayer’schen Ho¤  unstanstalt   auf einen erneuten Aufschwung,
        eine sechsjährige Lehre als Glasmaler.   ausgehend von München, seit dem
        Gleichzeitig bildete er sich autodi-  Beginn des 19. Jahrhunderts ver-
        daktisch und mit dem Besuch von     wies. Entscheidend war laut Goller,
        Abendkursen an der Kunstgewerbe-    von der Imitation der Ölmalerei auf
        schule auf gra% schem Gebiet weiter.   Glas abzugehen: „Heute arbeitet der
        1887 erhielt Goller in Zittau bei der   Glasmaler wieder, wie im Mittelal-
        Hofglasmalerei Türcke & Schlein sei-  ter, in # otter, breiter und dem Glase
        ne erste Anstellung. In Zittau heirate-  entsprechenden einfachen Manier,
        te er auch die Tochter eines Tischlers.  und meidet möglichst unnütze Unter-
                                            malungen; Hauptsache muß das Glas
        1890 übernahm Goller die künstle-   selbst sein, denn die Malerei soll nur
        rische Leitung der Dresdner Anstalt   darin bestehen, Licht und Schatten zu
        für Glasmalerei von Bruno Urban. Er   scha+ en...“ Die Kunstglasanstalt von
        orientierte sich als Glasmaler zu-  Bruno Urban, von 1899 bis 1901 Ur-
        nächst am Historismus, entwickelte   ban & Goller, realisierte Entwürfe be-
        sich jedoch zunehmend zu einem      kannter Maler, aber auch Glasgemäl-
        führenden Vertreter des Jugendstils.   de nach Vorlagen von Goller selbst
        Zu seinen Spezialgebieten gehörten   für Kirchen, Rathäuser, Schulen und
        die Bemalung von amerikanischen     andere ö+ entliche Gebäude sowie für
        Opaleszenz-Gläsern und die Mosaik-  Privathäuser. Eine der ersten gemein-
        Verglasung. 1892 verfasste Goller   samen Arbeiten betraf das Rathaus
        einen Artikel, in dem er zunächst   in Pirna. In Radebeul entwarf Goller
        auf die historische Entwicklung der   die Chorfenster der Lutherkirche
        Glasmalerei vom Mittelalter bis zu   sowie Treppenfenster und Fenster im
        ihrem Höhepunkt im 17. Jahrhundert   Ratssaal des Rathauses. Die Fenster
        einging, eine geringere Bedeutung   der Nikolaikirche in Pulsnitz entstan-

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