Page 112 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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beteiligte sich mit erheblichen % nan-
        ziellen Mitteln am Bahnhof, der nahe
        der Ortsgrenze zwischen Weickers-
        dorf und Kleindrebnitz gelegen ist.
        Den örtlichen Bauern wurde es da-
        durch möglich, die leicht verderbliche
        Rohmilch schneller an die Kunden bis
        nach Dresden auszuliefern.

        Für seine Verdienste um das Dorf
        und seine Bewohner wurde Gnauck
        am 14. Mai 1912 von König Friedrich
        August III. das Ehrenkreuz verliehen.
        In dem bekannten Kirchschullehrer
        und Heimatforscher B@T>] B?@^q=_
        wusste er stets einen guten Freund an
        seiner Seite. Zudem waren sein Sohn
        Oskar und seine Tochter Hedwig je-
        weils mit Kindern von Barthel verhei-
        ratet. Gnauck leitete den von Barthel
        gegründeten landwirtscha* lichen    Urkunde zum Ehrenkreuz 1912.
        Verein von Großdrebnitz und vertrat
        den Kantor Barthel beim sonntäg-    unehelichen Kind in Not geriet, nahm
        lichen Orgelspiel. Auch die örtliche   Gnauck es zu sich und ermöglich-
        Spar- und Darlehenskasse hatten sie   te ihm eine Berufsausbildung zum
        gemeinsam gegründet. Wenn etwas     Drogisten.
        vertraulich bleiben sollte, korrespon-
        dierten sie in Gabelsberger Kurz-   Das Erbgericht Kleindrebnitz wurde
        schri* . So wie es Gnauck von seinen   1911 von seinem Sohn Bruno über-
        Eltern kennengelernt hatte, handelte   nommen. Als Gastgeber für verschie-
        er verantwortungsbewusst bei der    dene Vereine (Königlich sächsischer
        Erziehung seiner Kinder. Gnauck be-  Militärverein, Landwirtscha* sverein,
        gri+  Ausbildung als Investition in die   Gesangverein; unter dem Sohn Bruno
        Zukun*  und ermöglichte auch jenen   auch der neugegründete Schach-
        Kindern einen guten Start ins Leben,   verein) war es zusammen mit dem
        die nicht als Hoferben infrage kamen.   Erbgericht Großdrebnitz zum Zent-
        Bildung beschränkte er aber nicht   rum des dör# ichen Lebens geworden.
        auf die Landwirtscha*  – die meisten   Der älteste Sohn Oskar folgte Gnauck
        seiner Kinder lernten z. B. Klavier   am 1. März 1919 im Amt des Ge-
        spielen. Als eine Schwester mit einem   meindevorstands. Ernst Gnauck blieb

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