Page 407 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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Unmittelbar nach dem Krieg hatte    Lehrer für Biologie und Sport in Stei-
        ich begonnen, mich für Fossilien zu   nigtwolmsdorf (1950). In Großdreb-
        interessieren. Aus dieser Zeit stamm-  nitz (ab 1952) lernte ich meine spätere
        ten ca. 10 Fundstücke aus der Kreide   Frau kennen. In dieser Zeit legte ich
        des Rathsteinbruches bei Freital,   auch das Staatsexamen im Fernstu-
        darunter eine große Austernschale   dium ab. Es folgten Anstellungen an
        und ein Stein mit mehreren Seeigel-  verschiedenen Schulen Bischofswer-
        stacheln. Für die Examensarbeit von   das (ab 1961) und zeitweise in Burkau
        1957 entstand eine Sammlung von     (1969–1973). Aus gesundheitlichen
        Samen tertiärer Laubgehölze vom     Gründen (wegen zwei Hü* operati-
        Hasenberg bei Wiesa. Zusammen       onen) schied ich 1991 vorzeitig aus
        mit ca. 8 großen Stücken aus dem    dem Schuldienst aus.
        Karbon von Zwickau-Oelsnitz, einem
        Geschenk des dortigen Steigers Kurt   Außerhalb des Schulunterrichts leitete
        Beier, der Examensarbeit und ei-    ich verschiedene Schüler-Arbeits-
        ner Sammlung wertvoller Literatur   gemeinscha* en zu Biologie, Natur-
        (darunter Bestimmungsbücher: „Die   schutz und Landeskultur. Weniger
        Laubgehölze der Braunkohlezeit“, ein   erfreulich entwickelten sich die poli-
        Buch der Urania-Reihe zu den Fossili-  tischen Umstände. Als Klassenlehrer
        en der Schreibkreide von Rügen und   versuchte ich, insbesondere christlich
        ein antiquarisches Bestimmungsbuch   gebundene Schüler, die sich aus Glau-
        zu versteinerten Mollusken) habe ich   bensgründen dem System nicht völlig
        diese Fundstücke Anfang der 1990er   unterordnen wollten (z. B. Teilnahme
        Jahre dem Museum der Westlausitz    an der Jugendweihe), vor Schikanen
        Kamenz (z. Hd. Ursula Rathner) als   zu bewahren. Als Sportlehrer kam ich
        Geschenk übergeben.                 von 1971 bis 1973 sowie von 1978 bis
                                            1986 als Rettungsschwimmer Stufe
                                            I zum Einsatz. Auch nach meinem
                                            Ruhestand war ich gerne behil# ich,
                                            wenn sich Schüler im Rahmen ihrer
                                            Belegarbeiten mit Fragen zu natur-
                                            kundlichen /  emen an mich wand-
                                            ten.

                                            Seit meiner Kindheit war ich sport-
                                            lich vielseitig aktiv. Um dem in der
                                            Familie politisch verpönten Dienst in
        Nach dem erfolgreichen Abschluss    der HJ zu entgehen, schloss ich mich
        des Neulehrerlehrgangs in Dresden   1943 in Dresden einer Leistungsklasse
        erhielt ich meine erste Anstellung als   Rudern an. In Großdrebnitz betrieb

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