Page 361 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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1818 zu Ehren des Königs aufgestellte Ab April 1817 wurden die Rückbau-
Denkmal soll nach einer unverö+ ent- arbeiten an der ehemaligen Dresdner
lichten Chronik von Johannes Weber Stadtbefestigung unter einer von
von ihm entworfen sein. / ormeyer geleiteten „Demolitions-
kommission“ fortgesetzt. Die Pläne
dafür reichten bis in das vorange-
gangene Jahrhundert zurück. Erste
Arbeiten ab 1809 unter dem 1813
verstorbenen Johann Gottlob Haupt-
mann, an denen / ormeyer als des-
sen Mitarbeiter im Ho& auamt sicher
schon beteiligt gewesen war, zielten
darauf ab, Verkehrsbehinderungen
als Hemmnis der wirtscha* lichen
Entwicklung zu beseitigen. Außerdem
sah Napoleon, auf dessen Befehl dies
Heinrich Conrad Wilhelm Calberla erfolgte, damals keinen Sinn mehr
gründete neben dem Italienischen in der Dresdner Stadtfestung. Schon
Dörfchen elbwärts vom Zwinger die 1812 wurden die Arbeiten wegen der
erste sächsische Zuckersiederei. Der
Bau von % ormeyer (1817/20) war
eines der ersten Industriegebäude
Dresdens. Von Beginn an hatte
die Freimaurerloge „Zu den drei
Schwertern“ einen Flügel angemie-
tet, später war die Loge „Asträa zur
grünenden Raute“ ebenfalls hier an-
sässig. % ormeyer war wie G?@@\?q
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Ehrenmitglied der Von 1822 bis 1824 wurde im Westen
Loge „Asträa zur grünenden Raute“, der Altstadt nach Plänen von % or-
mit dem Logenmitglied Friedrich meyer der Antonsplatz im Bie-
Anton Serre war er befreundet. dermeier-Stil als Handels zentrum
Nach Calberlas Tod 1836 wurde die angelegt. Er hieß zunächst „Demo-
Fabrik aufgegeben, die Freimau- litionsplatz“ und wurde 1828 nach
rer bauten sich zusammen mit der dem regierenden König Anton dem
Apfelloge ein eigenes Logengebäude Gütigen benannt. 1846 errichtete
und die ehemalige Zuckersiederei hier die Polytechnische Schule, die
diente nach einem Umbau ab 1853 heutige TU Dresden, einen Neubau
als erstes „Hotel Bellevue“. (Zeichnung: % ormeyer, 1826).
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