Page 363 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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zusammen mit Hofgärtner Carl
        Adolf Terscheck gestaltete, über die
        Brühlsche Terrasse bis zu dem neuen
        Botanischen Garten entstand ein grü-
        ner Ring. Der sternförmig mit einem
        Kranz von Radialstraßen angelegte
        Albertplatz auf Neustädter Seite (frü-
        her Bautzner Platz) gehörte zu den
        schönsten Plätzen Deutschlands. Die
        nahe Antonstadt (Äußere Dresdner    Das Leipziger Tor beim Japanischen
        Neustadt) plante /  ormeyer in einem   Palais mit den beiden Wachhäusern
        Stilgemisch aus Klassizismus und    von Gottlob Friedrich %  ormeyer
        Biedermeier. In diesen Jahren errich-  (Aquarell von Johann Carl August
        tete er auch die „Calberlasche Zucker-  Richter, um 1830). Die vorherigen
        siederei“ anstelle einer alten Elbbastei   Torhäuser am Platz waren Teil der
        an der Augustusbrücke und den       Dresdner Befestigungsanlage und
        Turm der Annenkirche. /  ormeyer    wurden von %  ormeyer durch rein
        unterbreitete zudem Vorschläge, wie   klassizistische Bauten ersetzt. Die
        die Straßen und Plätze zu bep# astern   Ruine des südwestlichen Torhau-
        seien, um eine langfristige Haltbar-  ses wurde 1969 abgebrochen, das
        keit zu gewährleisten. In den 1820er   nordöstliche Torhaus 2014 teilweise
        Jahren stand /  ormeyers Ho&  auamt   restauriert.
        unter der Leitung von Johann Chris-
        tian Schuricht, einem Freimaurer der   Mitteln fehlte, um repräsentative
        Schwerterloge. Die von 1827 bis 1829   Großau* räge zu vergeben. Trotzdem
        gebauten Torhäuser am Weißen Tor    gelang es /  ormeyer, noch unter dem
        nahe dem Japanischen Palais anstelle   Ein# uss der französischen Revoluti-
        niedergerissener Festungsanlagen    onsarchitektur, einen charakteristi-
        waren /  ormeyers letzte bedeutende   schen, geradlinigen Klassizismus zu
        Arbeiten in Dresden. Um 1829/1830   entwickeln.
        war die Entfestigung abgeschlossen.
        Sie stellte einen Meilenstein in der   Um 1830 begann die Umgestaltung
        Entwicklung Dresdens von einer      des /  eaterplatzes zwischen Resi-
        barocken Residenzstadt zu einer     denzschloss/Ho¤  irche, Zwinger
        modernen Metropole dar. Diese Zeit   und dem kleinen Komödienhaus am
        % el aber in eine architekturhistorisch   Italienischen Dörfchen. /  ormey-
        relativ unbedeutende Periode Dres-  er war fast 20 Jahre maßgeblich an
        dens, weil es nach den Zerstörungen   den Planungen für das Ho* heater
        in der Schlacht von Dresden vom 26.   beteiligt gewesen, das aber schließ-
        und 27. August 1813 an % nanziellen   lich von Gottfried Semper realisiert

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