Page 329 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 329
Stöckhardt, Johann Heinrich
Magister, Philologe und Pfarrer in Putzkau
13.07.1657 Miltitz – 14.08.1711 Putzkau
V: Johann Gerhard (*um 1626 Dresden, †1691 Brinnis), Pfarrer in Miltitz und Brinnis; M:
Martha geb. Schütze (*2.10.1632 Friedrichswalde), Pfarrerstochter; G: David (*3.10.1658 Miltitz,
† jung), Esther Catharina (*19.11.1661 Miltitz, †1744, verh. mit Christian Laurentii, Pfarrer
in Papstdorf und Wehlen, deren Tochter Esther Christiana verh. mit Pfarrer Johann Gottfried
Metzner in Neukirch), Gottlieb (*5.4.1664 Miltitz, †1742, Pfarrer in Lauterbach, verh. mit Do-
rothea geb. Metzner aus Neukirch); E: 16.10.1683 Putzkau, Margareta Elisabeth geb. Hentschel
(*1662 Putzkau, †1709 Putzkau); K: Johann Jacob (*1684 Putzkau, †1721, ab 1711 Pfarrer in
Putzkau), Johanna Margaretha (*1685 Putzkau, verh. mit Christian Jentsch, Archidiakonus in
Bischofswerda), Johann Gerhard (*28.7.1686 Putzkau, †19.4.1745 Schwarzbach, Pfarrer in Dob-
ra, / ierbaum und Schwarzbach), Henriette Catharina (*1688, verh. mit Christoph Friedrich
Faber, Pfarrer in Klix), Esther Martha (*1693, † jung), Johann Gottfried (*1697/1698 Putzkau,
†2.10.1759 Saaleck, Pfarrer in Saaleck), Johanna Catharina (*1700, verh. mit Johann Balthasar
Lange, Pfarrer in Reichwalde und Neschwitz)
Der spätere Begründer des Putzkauer der Nachfolge seines Schwiegervaters,
Zweiges der Gelehrtenfamilie Stöck- Jakob Hentschel, Pfarrer in Putzkau.
hardt besuchte ab 1665 die Kreuz- 1687 gehörte er zur Erbengemein-
schule Dresden. Ab 1670 absolvierte scha* , die das großväterliche Haus in
er – wie später sein Bruder Gottlieb Dresden, zwischen Kreuzkirche und
(Begründer des Lauterbacher Zwei- Frauenkirche gelegen, an die Familie
ges) – die Fürstenschule Grimma. An Scha§ irt verkau* e. Putzkau war
der Universität Leipzig verteidigte seinerzeit dem Freiherrn von Frie-
Stöckhardt 1678 seine „Dissertatio de sen verp# ichtet. Als dessen Ehefrau
blanda mulierum rhetorica, occasione Maria Margaretha 1689 starb, hielt
axiomatis Richteriani publicae erudi- Stöckhardt eine vielbeachtete Lei-
torum censurae & ventilationi exposi- chenpredigt. Von 1701 bis 1707 leitete
tai“ bei Georg Schultze zur Redekunst er die Rekonstruktion der Putzkauer
der Frauen. 1679 leitete er selbst die Kirche mit dem Anbau des steinernen
Prüfungskommission Philologie zur Turms. An Stöckhardt erinnerte lange
Magisterarbeit von Johann Michael außen an der Südseite der Kirche das
Reinhold aus Freiberg. Seine Studi- Epithaphium VIXIT, VICIT, VIVIT
en schloss Stöckhardt 1680 mit der („Jesus hat gelebt, gesiegt und lebt“).
„Publica et solemnis misericordiae Drei seiner Söhne und viele weitere
divinae promulgatio“ über die „gött- Nachfahren wurden wiederum Pfar-
liche Barmherzigkeit“ bei Professor rer, darunter sein Urenkel G=@q?@|
Georg Möbius ab. Am 27. September H=K>@K`q J?`]{ ?> S^`q?@|^ in
1683 wurde er Substitut und 1685 in Bautzen.
Quellen: S. 412 + . 329

