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Stöckhardt, Johann Heinrich


        Magister, Philologe und Pfarrer in Putzkau
        13.07.1657 Miltitz – 14.08.1711 Putzkau

        V: Johann Gerhard (*um 1626 Dresden, †1691 Brinnis), Pfarrer in Miltitz und Brinnis; M:
        Martha geb. Schütze (*2.10.1632 Friedrichswalde), Pfarrerstochter; G: David (*3.10.1658 Miltitz,
        † jung), Esther Catharina (*19.11.1661 Miltitz, †1744, verh. mit Christian Laurentii, Pfarrer
        in Papstdorf und Wehlen, deren Tochter Esther Christiana verh. mit Pfarrer Johann Gottfried
        Metzner in Neukirch), Gottlieb (*5.4.1664 Miltitz, †1742, Pfarrer in Lauterbach, verh. mit Do-
        rothea geb. Metzner aus Neukirch); E: 16.10.1683 Putzkau, Margareta Elisabeth geb. Hentschel
        (*1662 Putzkau, †1709 Putzkau); K: Johann Jacob (*1684 Putzkau, †1721, ab 1711 Pfarrer in
        Putzkau), Johanna Margaretha (*1685 Putzkau, verh. mit Christian Jentsch, Archidiakonus in
        Bischofswerda), Johann Gerhard (*28.7.1686 Putzkau, †19.4.1745 Schwarzbach, Pfarrer in Dob-
        ra, /  ierbaum und Schwarzbach), Henriette Catharina (*1688, verh. mit Christoph Friedrich
        Faber, Pfarrer in Klix), Esther Martha (*1693, † jung), Johann Gottfried (*1697/1698 Putzkau,
        †2.10.1759 Saaleck, Pfarrer in Saaleck), Johanna Catharina (*1700, verh. mit Johann Balthasar
        Lange, Pfarrer in Reichwalde und Neschwitz)

        Der spätere Begründer des Putzkauer   der Nachfolge seines Schwiegervaters,
        Zweiges der Gelehrtenfamilie Stöck-  Jakob Hentschel, Pfarrer in Putzkau.
        hardt besuchte ab 1665 die Kreuz-   1687 gehörte er zur Erbengemein-
        schule Dresden. Ab 1670 absolvierte   scha* , die das großväterliche Haus in
        er – wie später sein Bruder Gottlieb   Dresden, zwischen Kreuzkirche und
        (Begründer des Lauterbacher Zwei-   Frauenkirche gelegen, an die Familie
        ges) – die Fürstenschule Grimma. An   Scha§  irt verkau* e. Putzkau war
        der Universität Leipzig verteidigte   seinerzeit dem Freiherrn von Frie-
        Stöckhardt 1678 seine „Dissertatio de   sen verp# ichtet. Als dessen Ehefrau
        blanda mulierum rhetorica, occasione  Maria Margaretha 1689 starb, hielt
        axiomatis Richteriani publicae erudi-  Stöckhardt eine vielbeachtete Lei-
        torum censurae & ventilationi exposi-  chenpredigt. Von 1701 bis 1707 leitete
        tai“ bei Georg Schultze zur Redekunst   er die Rekonstruktion der Putzkauer
        der Frauen. 1679 leitete er selbst die   Kirche mit dem Anbau des steinernen
        Prüfungskommission Philologie zur   Turms. An Stöckhardt erinnerte lange
        Magisterarbeit von Johann Michael   außen an der Südseite der Kirche das
        Reinhold aus Freiberg. Seine Studi-  Epithaphium VIXIT, VICIT, VIVIT
        en schloss Stöckhardt 1680 mit der   („Jesus hat gelebt, gesiegt und lebt“).
        „Publica et solemnis misericordiae   Drei seiner Söhne und viele weitere
        divinae promulgatio“ über die „gött-  Nachfahren wurden wiederum Pfar-
        liche Barmherzigkeit“ bei Professor   rer, darunter sein Urenkel G=@q?@|
        Georg Möbius ab. Am 27. September   H=K>@K`q J?`]{ ?> S^`‚q?@|^ in
        1683 wurde er Substitut und 1685 in   Bautzen.

        Quellen: S. 412 + .                                                329
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