Page 259 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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ergebnislos. Nostitz unterstützte in
        Frankfurt die österreichfreundliche
        Politik von Friedrich Ferdinand von
        Beust, des sächsischen Gegenspielers
        von Otto von Bismarck. Auch im
        Zusammenhang mit einer geplanten
        Verschärfung des Bundespressege-
        setzes vertrat Nostitz sehr konserva-
        tive Positionen. 1855 wurde ihm die
        Ehrenbürgerscha*  Bremens zuteil.
        Die Bürgerscha*  hatte es zunächst
        verhindern können, dass die fort-
        schrittliche Verfassung der Stadt nach
        dem Scheitern der Revolution wieder
        außer Kra*  gesetzt wurde. Der kon-
        servative Senat der Stadt verband sich
        jedoch mit dem Deutschen Bundes-
        tag, die Bürgerscha*  wurde aufgelöst
        und die Verfassung geändert. Nostitz
        war daran als Referent in der zustän-
        digen Kommission des Bundestags     Nostitz wohnte zuletzt in Dresden
        beteiligt.                          „An der Bürgerwiese 15b“ (spätere
                                            Nr. 22) im 1. OG. Der Hauseigentü-
        1864 übernahm Carl Gustav Adolph    mer, der Naturforscher Otto Stau-
        von Bose Nostitz‘ Mandat. Mit dem   dinger, betrieb parterre ein Dampf-
        preußisch-österreichischen Krieg    bad.
        von 1866 lösten sich Deutscher Bund
        und Bundestag auf. Seit 1864 wohnte   cher der Stadt Dresden; Heinz Georg Holldack:
                                            „Untersuchungen zur Geschichte der Reaktion in
        Nostitz‘ Nichte Julie Josika geb. Pod-  Sachsen, 1849–1855“. Kraus Reprint, 1965; Joseph
        manitzky, eine Tochter seiner Schwes-  Bernhard Schönfelder: „Urkundliche Geschichte
        ter Elise, mit ihrem Mann, Miklos   des Königlichen Jungfrauensti* s und Klosters St.
                                            Marienthal, Cistercienser-Ordens, in der König-
        Josika, in Dresden. Julie Josika war   lichen Sächsischen Oberlausitz“. Schöps, 1834;
        Schri* stellerin und hatte 1849 mit   Tobias C. Bringmann: „Handbuch der Diplomatie,
        ihrem Mann aus Ungarn # iehen und   1815–1963“. Walter de Gruyter, 2001; Zita Szylagyi,
                                            Aszod, Mitteilungen 2016; Amtlicher Bericht
        über Leipzig nach Brüssel emigrieren   Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe in
        müssen.                             Dresden, 1838; Gustav Adolf Poenicke: „Album der
                                            Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen“.
                                            Bd. 3; Richard Kohnen-Vogell: „Pressepolitik des
        Quellen: Robert Lu* : „Nostitz“. Neue Deutsche   Deutschen Bundes: Methoden staatlicher Pressepo-
        Biographie, 1998; Neues lausitzisches Magazin,   litik nach der Revolution von 1848“. 1995; Wilhelm
        1835, 1838, 1839; „Genealogisches Taschenbuch der   von Bippen: „ Aus Bremens Vorzeit“. BoD – Books
        uradeligen Häuser“. Perthes Gotha, 1903; Adressbü-  on Demand, 2015

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