Page 254 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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ein. Der bereits aus Preußen vertrie-  Anstalten unter Führung  karitativer
        bene Arnold Ruge verließ nach der   Vereine. 1853 wurden für die Ober-
        Beschlagnahme einer Ausgabe seiner   lausitz in Berthelsdorf für Mädchen
        „Deutschen Jahrbücher für Wissen-   und von Nostitz in Oppach für etwa
        scha*  und Kunst“ 1843 Sachsen und   20 Jungen solche Rettungshäuser
        schloss sich in Paris mit Karl Marx   gegründet. Der Gründung in Oppach
        zusammen. Sein Mitarbeiter Michail   voraus ging 1852 ein Vortrag von
        Bakunin ging nach Zürich.           Nostitz über „Rettungsanstalten für
                                            arme verwahrloste Kinder insbe-
        Aus gesundheitlichen Gründen legte   sondere auf dem Lande“ vor einer
        Nostitz 1844 sein Ministeramt nieder   Oppacher Gemeindeversammlung.
        und zog sich auf sein Gut Oppach    Neben Spenden, beispielsweise von
        zurück. Bis 1847 gehörte er dem     K?@_ T@?T[]^^ K?>K[ und in
        Staatsrat an, bis 1850 war er Richter   Dresden von Gustav von Flotow,
        am Staatsgerichtshof. Die Familie war   # ossen in den Fonds auch Einnahmen
        von dieser revolutionären Zeit unmit-  aus dem Druck jenes Vortrags sowie
        telbar betro+ en. Nostitz‘ Nichte Julie,   weiterer Schri* en wie des von Nos-
        eine Tochter seiner Schwester Elise,   titz herausgegebenen dichterischen
        und ihr Mann, Miklos Josika, waren   Nachlasses seiner Schwester Klothil-
        als Revolutionäre 1849 aus Ungarn   de Septimie. Nach dem Vorbild des
        ge# ohen, fanden aber nur kurzzeitig   Rauhe-Hauses in Hamburg wurden
        Aufnahme in Sachsen und emigrier-   drei Grundsätze verfolgt: Erziehung
        ten schließlich nach Brüssel.       im Familienleben, zur Religiosität
                                            und Sittlichkeit und zur Arbeit. Das
        Um das Schicksal verwahrloster      Rettungshaus in Oppach strahlte eine
        Kinder zu lindern, entstand im 19.   große Vorbildwirkung in die Umge-
        Jahrhundert deutschlandweit eine    bung aus. Von den 26 evangelischen
        „Rettungshausbewegung“. Bereits in   Rettungshäusern Sachsens im Jahre
        seiner Zeit als Minister in Dresden   1895 lagen allein 7 in der Oberlausitz,
        war Nostitz mit dieser christlich-  neben Oppach und Berthelsdorf jene
        sozialen Bewegung in Berührung ge-  in Zittau, Göda, Dittelsdorf, Elstra
        kommen, als im Rahmen der Verant-   und Neukirch.
        wortlichkeiten Lindenaus innerhalb
        des Ressorts „Inneres“ beispielsweise   Nostitz war Kanoniker des Kollegiat-
        Bräunsdorf und Großhennersdorf      sti* s in Wurzen (ab 1810), Domherr
        als Rettungshäuser genutzt wurden.   und Senior des Hochsti* s zu Meißen
        Neben diesen staatlich organisierten   (ab 1828) und Propst des Domcapi-
        Einrichtungen entstanden in Sachsen   tularkollegiums St. Petri in Bautzen
        ab 1850 in Stollberg, Lößnitz, Riesa,   (ab 1841). Das Hochsti*  Meißen
        Waldkirchen und Schwarzenberg       vertrat er Anfang der 1830er und in

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