Page 261 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 261
Pache, Johannes Fürchtegott Jonathan
Dirigent, Komponist, Kantor
09.12.1857 Bischofswerda – 24.12.1897 Limbach
V: Emil (*1822 Grimma, †20.8.1892 Bischofswerda), Vater Chausseegeldeinnehmer in Wen-
disch-Paulsdorf, 1843 Hilfslehrer Strahwalde, 1845 Lehrer Sebnitz, ab 1850 Lehrer Bischofswer-
da, Oberlehrer; M: Ottilie geb. Gerdessen, Arzttochter aus Strahwalde; G: Al fred Emil Immanuel
(*2.11.1846 Sebnitz, †16.7.1913 Dresden-Tolkewitz, 1874 Diakon Bischofswerda, 1877 Pfarrer
Steinigtwolmsdorf, 1888 Direktor Pädagogium Langebrück, 1905 Direktor Realschule Altstadt,
1908 Pfarrer Waldkirchen, dessen Sohn Alexander Pache, *31.12.1878 Steinigtwolmsdorf, Prof.
Dr. phil., Lehrer und Schri* steller in Dresden und Zwickau), 1 Schwester († Nov. 1848 Sebnitz),
Martin Moritz Georg (*26.10.1853 Bischofswerda, †4.3.1923 Dresden, 1879 Vikar Reinhardts-
dorf, 1880 Diakon Döhlen, 1882 Pfarrer Wildenfels, 1894 erster Pfarrer der Heilig-Kreuz-Kirche
Leipzig, 1900 Superintendent Großenhain, 1915 Geheimer Rat im Landeskonsistorium); E: (1)
13.4.1885 Strasburg/Westpreußen, Martha geb. Heinrich (*23.1.1862, †1893 Limbach), (2) Mar-
tha geb. Knackfuß (Tochter von Emil Knackfuß, Teilhaber der Strumpfwarenfabrik Reinhold
Esche in Limbach, Klavier- und Sprachlehrerin, verschwägert mit Diakon Bernhard Dinter, als
Witwe bis 1921 in Dresden ansässig); K: Wolfgang (*12.2.1890, Lehrer in Limbach)
Paches Vater galt als ausgesprochen Lust hätte, antwortete der Sohn zum
tätige Persönlichkeit und gründete Entsetzen des strengen Vaters jedoch:
z. B. den örtlichen Frauenverein und „Nein, nur zur Musik.“ Darau in
den Militärverein. Er wollte auch wurde Pache auf das Gymnasium in
seinen Jüngsten, wie dessen Brüder, Bautzen geschickt. Er sang im Schul-
auf eine theologische Berufslau& ahn chor, musizierte mit Freunden und
vorbereiten und schickte ihn deshalb verdiente sich etwas Geld als Klavier-
1870 auf das Gymnasium in Zittau lehrer. Es entstanden verschiedene
unter Heinrich Julius Kämmel. Hier Kompositionen, die später unverän-
zeigte sich schon bald Paches musika- dert gedruckt wurden.
lische Begabung. Er übte regelmäßig
Klavier und sang als Solosopranist im Ab 1877 ließ sich Pache in Dresden
Chor von Kantor Paul Fischer, dem bei Hoforganist / eodor Berthold im
er wichtige musikalische Anregungen Orgelspiel und in der / eorie sowie
zu verdanken hatte. Es entstanden bei dem kurz zuvor aus München von
erste Lied- und Klavierkompositio- Hans von Bülow gekommenen Herr-
nen. Darunter litten seine schulischen mann Scholtz im Klavierspiel ausbil-
Leistungen. Nachdem er das zweite den. 1879 fand er eine erste Anstel-
Mal sitzen geblieben war, wollte ihn lung als Organist und Musikdirektor
der Vater in Dresden am Lehrerse- in Herisau bei St. Gallen. Aus privaten
minar anmelden. Auf die Frage des Gründen kehrte Pache schon 1881
Direktors, ob er zum Lehrerberuf nach Dresden zurück. Um seinen Le-
261

