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Pache, Johannes Fürchtegott Jonathan


        Dirigent, Komponist, Kantor
        09.12.1857 Bischofswerda – 24.12.1897 Limbach

        V: Emil (*1822 Grimma, †20.8.1892 Bischofswerda), Vater Chausseegeldeinnehmer in Wen-
        disch-Paulsdorf, 1843 Hilfslehrer Strahwalde, 1845 Lehrer Sebnitz, ab 1850 Lehrer Bischofswer-
        da, Oberlehrer; M: Ottilie geb. Gerdessen, Arzttochter aus Strahwalde; G: Al fred Emil Immanuel
        (*2.11.1846 Sebnitz, †16.7.1913 Dresden-Tolkewitz, 1874 Diakon Bischofswerda, 1877 Pfarrer
        Steinigtwolmsdorf, 1888 Direktor Pädagogium Langebrück, 1905 Direktor Realschule Altstadt,
        1908 Pfarrer Waldkirchen, dessen Sohn Alexander Pache, *31.12.1878 Steinigtwolmsdorf, Prof.
        Dr. phil., Lehrer und Schri* steller in Dresden und Zwickau), 1 Schwester († Nov. 1848 Sebnitz),
        Martin Moritz Georg (*26.10.1853 Bischofswerda, †4.3.1923 Dresden, 1879 Vikar Reinhardts-
        dorf, 1880 Diakon Döhlen, 1882 Pfarrer Wildenfels, 1894 erster Pfarrer der Heilig-Kreuz-Kirche
        Leipzig, 1900 Superintendent Großenhain, 1915 Geheimer Rat im Landeskonsistorium); E: (1)
        13.4.1885 Strasburg/Westpreußen, Martha geb. Heinrich (*23.1.1862, †1893 Limbach), (2) Mar-
        tha geb. Knackfuß (Tochter von Emil Knackfuß, Teilhaber der Strumpfwarenfabrik Reinhold
        Esche in Limbach, Klavier- und Sprachlehrerin, verschwägert mit Diakon Bernhard Dinter, als
        Witwe bis 1921 in Dresden ansässig); K: Wolfgang (*12.2.1890, Lehrer in Limbach)

        Paches Vater galt als ausgesprochen   Lust hätte, antwortete der Sohn zum
        tätige Persönlichkeit und gründete   Entsetzen des strengen Vaters jedoch:
        z. B. den örtlichen Frauenverein und   „Nein, nur zur Musik.“ Darau—  in
        den Militärverein. Er wollte auch   wurde Pache auf das Gymnasium in
        seinen Jüngsten, wie dessen Brüder,   Bautzen geschickt. Er sang im Schul-
        auf eine theologische Berufslau&  ahn   chor, musizierte mit Freunden und
        vorbereiten und schickte ihn deshalb   verdiente sich etwas Geld als Klavier-
        1870 auf das Gymnasium in Zittau    lehrer. Es entstanden verschiedene
        unter Heinrich Julius Kämmel. Hier   Kompositionen, die später unverän-
        zeigte sich schon bald Paches musika-  dert gedruckt wurden.
        lische Begabung. Er übte regelmäßig
        Klavier und sang als Solosopranist im   Ab 1877 ließ sich Pache in Dresden
        Chor von Kantor Paul Fischer, dem   bei Hoforganist /  eodor Berthold im
        er wichtige musikalische Anregungen   Orgelspiel und in der /  eorie sowie
        zu verdanken hatte. Es entstanden   bei dem kurz zuvor aus München von
        erste Lied- und Klavierkompositio-  Hans von Bülow gekommenen Herr-
        nen. Darunter litten seine schulischen  mann Scholtz im Klavierspiel ausbil-
        Leistungen. Nachdem er das zweite   den. 1879 fand er eine erste Anstel-
        Mal sitzen geblieben war, wollte ihn   lung als Organist und Musikdirektor
        der Vater in Dresden am Lehrerse-   in Herisau bei St. Gallen. Aus privaten
        minar anmelden. Auf die Frage des   Gründen kehrte Pache schon 1881
        Direktors, ob er zum Lehrerberuf    nach Dresden zurück. Um seinen Le-

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