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tie.) Das Verhältnis zum damaligen   bezirks Trebista nicht identisch mit
        ersten Pfarrer von Königsbrück, Karl   einem Ort ähnlichen Namens in
        Kirsch, muss schlecht gewesen sein.   dieser Gegend gewesen sein muss.
        Davon zeugen mehr als kritische     Die Chronik wurde am 18. Mai 1869
        Vermerke des königstreuen Kirsch in   in den Grundstein des neuen Schul-
        Königsbrücker Kirchenschri* en, in   gebäudes gelegt. In B@T>] B?@^q=_
        denen dieser z. B. die schri* stelleri-  fand Marloth einen würdigen Nach-
        sche Kompetenz Marloths verneinte,   folger als Heimatforscher. Die Grab-
        deren Anerkennung aber verschwieg.  platte in der Martinskirche Großdreb-
                                            nitz erinnert noch heute an Marloth.
        Von 1860 bis zu seiner Emeritierung
        1875 arbeitete Marloth als Pfarrer   Quellen: Bruno Barthel: „Altes und Neues aus
        in Großdrebnitz. Er war hier wegen   Groß- und Kleindrebnitz“. Friedrich May Bischofs-
                                            werda, 1907; Pf. Sebastian Führer: „Gedenkblatt zur
        seines sozialen Engagements hoch    Wiedereinweihung der Martinskirche Großdreb-
                                            nitz am 4. Sonntag nach Trinitatis, 19. Juni 2005“;
        geachtet. So gründete er 1869 die   Martinskirche Großdrebnitz, Pfarrarchiv; Werner
        Volksbibliothek und schuf mit seiner   Lindner: Auszüge aus dem Seelenregister der Stadt
        Chronik wichtige Grundlagen für die   Königsbrück; Wilhelm Haan: „Sächsisches Schri* -
        Großdrebnitzer Ortsgeschichtsschrei-  steller-Lexicon“. Robert Schaefer‘s Verlag Leipzig,
                                            S. 208, 1875; Erhard Hartstock, Peter Kunze: „Die
        bung. Der chronologischen Darstel-  bürgerlich-demokratische Revolution von 1848/49
        lung ab 1504 vorangestellt hatte Mar-  in der Lausitz“. Domowina-Verlag, S. 248, 1977;
                                            Reinhold Grünberg: „Sächsisches Pfarrerbuch. Die
        loth den damaligen Kenntnisstand bis   Pa rochien und Pfarrer der Ev.-luth. Landeskirche
        zurück in die Zeit der Ortsgründung.   Sachsens (1539–1939)“. Ernst Mauckisch Freiberg,
        Er berichtete über wiederholte Drang-  1940; Emil Weller, Emil Ottokar Weller: „Lexi-
                                            con Pseudonymorum“. Georg Olms Verlag, 1997;
        sale der Dor&  evölkerung während   Wilhelm Engelmann, /  eodor Christian Friedrich
        der Kriege, beschrieb aber auch     Enslin: „Bibliotheca medico-chirurgica et anato-
        Bemerkenswertes aus dem Dorfalltag,   mico“. 1848; Ludwig Adolph Sohncke: „Bibliotheca
                                            Mathematica“. 1854; Johann Samuel Ersch, Chris-
        z. B. klimatische Besonderheiten mit   tian Anton Geissler: „Bibliographisches Handbuch
        ihren Auswirkungen auf die örtliche   der philosophischen Literatur“. F.A. Brockhaus,
        Landwirtscha* . Hervorzuheben ist   1850; Jean-Charles Houzeau, Albert Lancaster:
                                            „Bibliographie générale de l‘astronomie“. 1882; Neue
        ein Eintrag zur gebräuchlichen Orts-  Jahrbücher für Philologie und Pädagogik, B. G.
        angabe in ehemals hiesiger Volksspra-  Teubner, 1842; „Dresdner Album: Zur Unterstüt-
                                            zung der Nothleidenden im Sächsischen Erzgebir-
        che: „in der Drebnitz“ statt „in Dreb-  ge, im Voigtlande und in den Weberdörfern der
        nitz“. Diese Formulierung legt nahe,   Oberlausitz“. Verlag Meinhold, 1847; „Die Diöcesen
        dass die Ortsbezeichnung Drebnitz   Bautzen und Kamenz“. Neue Sächsische Kirchenga-
                                            lerie, Verlag Arved Strauch, Leipzig; Neues lausit-
        aus der Umgebung abgeleitet wurde.   zisches Magazin: Zeitschri*  der Oberlausitzischen
        Im Zusammenhang mit der strittigen   Gesellscha*  der Wissenscha* en, Verlag Oettel, S.
        Lokalisierung des Castellums Trebis-  130f., 1834; Adressbücher der Stadt Dresden; „Ab-
                                            schri*  der in dem Grundstein des Schulgebäudes
        ta, das 1007 urkundlich ersterwähnt   am 18. Mai 1869 gesetzte Kurzgefaßte Chronik von
        wurde, bedeutet dies, dass ein Kastell   Groß- und Kleindrebnitz, gesammelt und aufgesetzt
                                            von Carl Julius Marloth Pfarrer daselbst.“; Lausitzer
        als Zentrum des späteren Burgward-  Prediger-Gesellscha*  zu Leipzig, Jahresbericht 1875

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